Busek: Zukunft der österreichischen Wirtschaft liegt im Osten

Koren: Von den 24.000 österreichischen Exporteuren sind rund 9.000 in Osteuropa tätig - Versäumnisse bei Infrastrukturanbindung müssen behoben werden

Wien (PWK178) - "Österreichs hervorragende Positionierung und
sein gutes Image in den Ländern Osteuropas verdanken wir nicht der Politik, sondern der Wirtschaft", betonte Erhard Busek, Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, auf dem gestern (Dienstag) Abend zu Ende gegangenen Ost-West-Ost-Symposium von Raiffeisen Zentralbank (RZB), Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ in Wien. Dennoch bestehen noch Versäumnisse für eine gut laufende Partnerschaft mit den neuen Nachbarn im Osten, vor allem bei der verkehrsinfrastrukturellen Anbindung, so Busek weiter: "So kam man vor hundert Jahren etwa mit öffentlichen Verkehrsmitteln schneller von Wien nach Bratislava als heute. Auch nach Krakau gab es von Wien eine direkte Zugverbindung, die die beiden Städte in viereinhalb Stunden miteinander verband. Heute benötig man zumindest doppelt so lange." Die Zukunft der österreichischen Wirtschaft liege aber zweifelsfrei in dieser Region und der Umgang mit den Menschen Osteuropas liege den österreichischen Unternehmern einfach mehr als etwa der übrigen mitteleuropäischen Konkurrenz. Busek: "Schließlich beginnt der Balkan am Rennweg in Wien, wie schon Metternich festgestellt hatte."

Österreichs Unternehmen haben die Chancen, die sich durch die Ostöffnung ergeben haben, schon längst erkannt. "Von den derzeit rund 24.000 österreichischen Exporteuren sind etwa 9.000 in Osteuropa tätig", sagte Walter Koren, Leiter der AWO "und das Interesse ist ungebrochen. Unsere Außenhandelsstellen werden jährlich von rund 2.000 Unternehmen kontaktiert, die den Weg über die Landesgrenzen suchen." Das Ziel der AWO ist, bis 2007 die Zahl der Exporteure auf 30.000, oder zehn Prozent aller österreichischen Unternehmen zu erhöhen. Um im Osten erfolgreich zu sein, sei es aber von enormer Bedeutung, sich den lokalen Gegebenheiten anzupassen, betonte Karl Sevelda, Vorstandsdirektor der RZB: "Das war und ist auch ein Geheimnis unseres Erfolges in dieser Region. Es wäre falsch zu glauben, dass wir diesen Ländern noch alles beibringen und unsere Unternehmenskultur aufzwingen müssen." Vor allem in Punkto Motivation haben die Osteuropäer einiges voraus. Diesbezüglich sei die EU-Perspektive die eigentliche Triebfeder der unglaublichen Motivation und des Ehrgeizes der Bevölkerung der gesamten Region.

Um den österreichischen Unternehmen einen erfolgreichen Weg nach Osteuropa zu weisen, bieten AWO und die Raiffeisengruppe ein umfangreiches Programm. Peter Püspök, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien: "Wir nehmen unsere Kunden ‚physisch' an der Hand. Zunächst bieten wir dem potenziellen Exporteur oder Investor ein Beratungsprogramm in Österreich, dann begleitet der österreichische Kundenbetreuer den Unternehmer in den Auslandsmarkt und ‚übergibt' ihn dort unseren lokalen Mitarbeitern." Die Produktpalette in Osteuropa entspreche 1:1 jener in Österreich, gegebenenfalls aber mit gewissen anderen Risikoabsicherungen. Püspök:
"Für den erfolgreichen Start im Osten bieten wir unseren Kunden vor Ort weiters ein dichtes Netzwerk an Rechtsanwälten, Steuerberatern und Übersetzern." (BS)

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