Eder: Alternative zum Semmering Basistunnel schon in den 80er Jahren verworfen

Ein Drittel länger und teurer, längere Bauzeit - Inbetriebnahme nicht vor 2025 möglich

Wien (SK) Nach eingehenden Beratungen mit Experten erklärte SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, dass "das sogenannte 'neue' Semmering-Basistunnel-Projekt auf einer bereits vor 15 Jahren verworfenen Trasse verlaufen soll. Diese verbindet Gloggnitz mit Langenwang und ist somit um ein Drittel länger und um mindestens ein Drittel teurer. Die Bauzeit wird um mehr als ein Drittel länger sein und es wird ein zweites Mal die volle Genehmigungszeit benötigt. Was das in NÖ heißt ist bekannt, es gibt keine Garantie von LH Pröll für einen positiven Naturschutzbescheid." Aus den genannten Gründen wurde das Projekt in dieser Form bereits in den 80er Jahren verworfen, was noch deutlicher unterstreiche, dass es sich bei der gestrigen Entscheidung um einen "klassischen Wahlkampfschmäh der ÖVP" handle. Unter schlechten Vorzeichen für die steirische LH Klasnic: "Klasnic wurde offensichtlich von Kanzler Schüssel und LH Pröll über den Tisch gezogen."****

Eder ergänzte die SPÖ-Kritik an den "neuen" Plänen zum Bau des SBT:
Der Bahnhof der Bezirkshauptstadt Mürzzuschlag würde nicht mehr an der HL-Bahn liegen, was einen "Verzicht" auf ein großes Kundenpotenzial darstelle. Die Vorteile eines geringfügig flacheren Tunnels werde durch die größere Tunnellänge egalisiert, und bringe überdies durch die Streckenqualität der Südbahn in der Steiermark kaum zusätzliche Vorteile. Demnach sollen künftig zwei eingleisige Röhren errichtet werden und dafür die Funktion des Rettungsstollen, der in der Steiermark bereits zu einem wesentlichen Teil errichtet sei, entfallen, da die "neue" Trassenführung in der Steiermark weit ab vom Rettungsstollen zu liegen komme, so der SPÖ-Abgeordnete.

In Niederösterreich läge die "neue" Trasse ganz nahe bei der bisher geplanten Linienführung, daher müsste das niederösterreichische Naturschutzverfahren jedenfalls weiterlaufen, da ansonsten die bis dato aufgewendete Zeit des Naturschutzverfahrens verloren gehe. "LH Pröll will sich offensichtlich auch die Verzögerung der Alternative offen halten, in dem das laufende Verfahren abgedreht wird", unterstrich Eder. "Wenn aber wider Erwarten alle Verfahren plangemäß durchgeführt werden, kann nicht vor 2015 mit einem Baubeginn gerechnet werden. Das heißt, dass diese so gepriesene Variante frühestens 2025 in Betrieb gehen kann. Für das Land Steiermark ist also der langjährig geforderte Semmering Basis Tunnel in weite Ferne gerückt", schloss Eder. (Schluss) ns/mm

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