Van der Bellen: "Bereiten uns auf Regierung vor"

Koalition mit Finanzminister Grasser "kaum vorstelllbar" - Schwarz-grün oder rot-grün? "Wir wären bescheuert, wenn wir uns auf eine mögliche Variante festlegen ließen"

Wien (OTS) - In einem Interview für die morgen,Donnerstag, erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS, zeigt sich Grünen-Chef Alexander van der Bellen wenig beeindruckt von den Vorgängen in der FPÖ: "Ich glaube, Haider hat das Spiel ausgereizt. Seine Festung Kärnten hat Löcher bekommen. Seine Blütezeit auf Bundesebene ist abgelaufen"

- Van der Bellen zu einer möglichen Regierungsbeteiligung seiner Partei angesichts des Niederganges der FPÖ: "Voraussetzung ist zuerst einmal, dass wir die FPÖ wirklich als drittstärkste Partei ablösen. Nur dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer grünen Regierungsbeteiligung, weil Wolfgang Schüssel dann die FPÖ-Option nicht mehr hat, .. Ja, wir bereiten uns auf eine mögliche Regierungsbeteiligung vor. Und ebenso klar: Wir wären bescheuert, wenn wir uns heute schon auf eine mögliche Variante festlegen ließen und uns dadurch in die Geiselhaft von ÖVP oder SPÖ begeben würden.

- Zu einer jetzt schon gültigen Hürde für eine Koalition mit den Grünen: "Eines unserer Kernprobleme mit der jetzigen Regierung ist der Kurs Grasser. Das bezieht sich sowohl auf die Person als auch die Politik des derzeitigen Finanzministers."

- Zur neuen Innenministerin Prokop und NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll: "Prokop hat wenigstens die absurdesten Ideen der FPÖ in der Migrationspolitik zurück gewiesen, etwa dass man Kinder von Eltern ohne Aufenthaltserlaubnis aus den Klassen raus holt und sich so freiwillig zusätzliche Arbeitslose züchtet. .. Pröll kennen ich als Politiker, der nicht nur an den nächsten Tag denkt. Er hat eine leichte Präferenz für rot-schwarz, aber wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht geht, ist er in erster Linie Realist."

- Zur Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen im Herbst 2005: "Solange Schüssel noch eine Chance sieht, dass die Alleinregierung der ÖVP mit blauer Hilfe weiter besteht, wird er so weiter regieren. Dann nicht mehr. Die EU-Präsidentschaft 2006 wird dagegen extrem heikel, vor allem, wenn bis dahin die Budgetfrage der EU für die Periode 2007 bis 2013 nicht geklärt ist. Insofern wird Schüssel davor wählen, wenn er die FPÖ aufgeben muss"

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