SJÖ gegen migrantInnenfeindliche Kopftuch-Diskussion

Reden sie über Kreuze, bevor sie über Kopftücher sprechen, Frau Innenministerin!

Wien (OTS) - Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen
Jugend Österreich (SJÖ), spricht sich aufgrund der von der Innenministerin vom Zaun gebrochenen Kopftuch-Verbots-Diskussion für eine umfassende Trennung von Staat und Religion im öffentlichen Bereich aus. Dies beträfe auch das Kreuz in den Klassenzimmern, das in öffentlichen Schulen nichts verloren habe. "Die Diskussion um religiöse Symbole ist unterschwellig migrantInnenfeindlich geprägt. Dies ist eindeutig abzulehnen. Es muss darum gehen, Religion, ganz gleich welchen Bekenntnisses, zur Privatsache zu deklarieren und aus den öffentlichen Institutionen zu verbannen. Dies beginnt aber nicht beim Kopftuch, sondern beim Kruzifix in den Klassenzimmern", so Dvorak am Mittwoch.

Dvorak verwehrt sich gegen die konservative Argumentation, dass ohne christliche Bildung ein "Werteverfall" drohe: "Die christliche Religion hat nicht mehr Anspruch auf Moral als andere Glaubensbekenntnisse. Die Werte der demokratischen Republik sind wohl kaum in einer katholischen Kirche zu finden, in der die Gleichberechtigung von Frauen nach wie vor ein Fremdwort ist. Es ist daher ein leicht zu durchschauendes Spiel mit migrantInnenfeindlichen Ressentiments, wenn in Österreich oder anderen europäischen Ländern sich die Diskussion an islamischen Glaubenssymbolen entzündet und auf sie beschränkt."

Dvorak betont abschließend, dass jene, die sich vehement für ein Kopftuch-Verbot aussprechen, mit gutem Beispiel vorangehen sollten:
"Die freie Ausübung des Religionsbekenntnisses ist Privatsache. Bildung ist Aufgabe des Staates. Im Sinne einer seriösen Diskussion um das Verhältnis von Kirche und Staat muss die erste konsequente Forderung die Entfernung der Kreuze aus den Schulen sein. In der aktuellen Debatte müssen alle Religionen gleich bewertet werden. Reden sie über Kreuze, bevor sie über Kopftücher sprechen, Frau Innenministerin!"

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