Schicker: Jedes verletzte oder getötete Kind ist um eines zuviel

Mit heutigem Datum startet der 1. Wiener Mobilitätspreis

Wien (OTS) - Im Rahmen eines Mediengesprächs am Mittwoch präsentierte Verkehrsstadtrat DI Rudi Schicker gemeinsam mit DI Martin Blum vom VCÖ und Petra Höfinger, Postbus-Regionalmanagerin für W,NÖ und Bgld, die aktuellen Daten zur Verkehrssicherheit junger Menschen in Wien. Damit zusammenhängend erfolgte der Auftakt zum 1. Wiener Mobilitätspreis.

Wien ist das Bundesland mit der höchsten Verkehrssicherheit für Jugendliche, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Die Zahl der verunglückten Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren ist in der Bundeshauptstadt deutlich zurückgegangen: verunglücken in Wien 72 von 10.000 Jugendlichen, sind es im zweitgereihten Burgenland bereits 130 und bei Schlusslicht Oberösterreich 269. Der VCÖ hat die Entwicklung der Unfallopfer in den vergangenen 15 Jahren analysiert. Es zeigt sich, dass die Anzahl der Verunglückten in Wien im Vergleich mit dem Jahr 1990 um beachtliche 45%, also um knapp die Hälfte, reduziert werden konnte.

"Jedes verletzte oder getötete Kind ist um eines zu viel. Deshalb arbeiten wir bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit für unsere Kinder europaweit zusammen. Mit Hilfe des Masterplan Verkehr für Wien wollen wir bis 2020 die Zahl verletzter und getöteter Menschen im Straßenverkehr halbieren," betonte Stadtrat Schicker.****

Die Sicherheit der jüngsten VerkehrsteilnehmerInnen stehe somit für die Stadt an vorderster Stelle. "Zum Schutz unserer Jugendlichen unternehmen wir daher einiges: beginnend bei der Erstellung von Schulwegplänen, über die Markierung rot umrandeter Schutzwege und die Aufstellung mobiler Geschwindigkeitsanzeigen, bis hin zur Initiierung eigener Pilotprojekte wie Blinkeinrichtungen bei Schutzwegen. Seit letztem Jahr haben wir eine eigene Koordinatorin für Jugendangelegenheiten, die sich um alle Fragen im Zusammenhang mit der Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen kümmert", zeigte sich Schicker erfreut.

Mit dem Ergebnis, dass Wien das verkehrssicherste Bundesland für Jugendliche in Österreich ist, werde die langfristige Strategie Wiens eindeutig bestätigt. Der Start des 1. Wiener Mobilitätspreises gemeinsam mit VCÖ und Postbus sei der nächste Schritt, um die Verkehrssicherheit für Wiens Jugendliche nochmals zu optimieren. "Um die Risiken im Straßenverkehr für die jungen Menschen zu senken, muss neben den Unfallzahlen aber auch die Verkehrsmittelwahl der Jugendlichen berücksichtigt werden", ist Stadtrat Schicker überzeugt. Wolle man städtische Mobilitätsprobleme nachhaltig lösen, müsse auf das Verkehrsverhalten der Kinder eingewirkt werden. Schließlich würde die Entscheidung junger Menschen zwischen dem Auto oder dem Umweltverbund unsere Zukunft bestimmen.

Im Vergleich mit den Bundesländern sprechen die Fakten für Wien:
Mit dem erfolgreichen Nightline-Konzept erfüllen die Nachtbusse für die Wiener Jugendlichen hervorragend die Funktion der in den ländlichen Bereichen fahrenden Discobusse. Auch der Betrieb der Schülerbusse wird in Wien vom normalen Linienverkehr von Bus, Straßenbahn und U-Bahn übernommen und ist somit ein Angebot an alle Menschen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. "Die Kinder und Jugendlichen lernen daraus, dass die Benützung der Öffis in der Stadt überaus attraktiv und ein sehr wichtiger Beitrag zur ökologischen Mobilität ist. Wir müssen den jungen Menschen vermitteln, dass Öffi-Fahren cool ist", gab Stadtrat Schicker zu bedenken. Letztendlich appelliert Schicker an die Eltern, zu Fuß mit ihren Kindern den Weg zum Kindergarten oder zur Volksschule zu gehen. Dadurch werde das individuelle Sicherheitsgefühl der Kinder besser entwickelt, als wenn sie mit dem Auto chauffiert werden. Somit könne bei den Kindern schon frühzeitig ein ökologisches Verkehrsverhalten Platz greifen.

Trotz des hohe Standards, den Wien im Vergleich zu anderen Bundesländern hat, verunglückten 2003 in der Stadt 545 Jugendliche bei Verkehrsunfällen, ein Jugendlicher kam ums Leben. Der VCÖ hat daher gemeinsam mit Stadtrat Rudi Schicker und dem Postbus den Wiener Mobilitätspreis "jung.sicher.ökomobil!" gestartet. Bei diesem Wettbewerb werden Projekte und Ideen gesucht, die die Verkehrssicherheit für junge Menschen in Wien nochmals erhöhen.

Start des Wiener Mobilitätspreises

Der Wiener Mobilitätspreis wird heuer zum 1. Mal durchgeführt. Bis 30. Juni können Projekte von Bezirken, Organisationen, Betrieben, Unternehmen, Vereinen oder Schulen eingereicht werden. Privatpersonen sowie Schüler und Schülerinnen und Studierende können auch mit Ideen und Konzepten beim Wiener Mobilitätspreis von VCÖ, Land Wien und Postbusteilnehmen.

Beispiele für einreichbare Projekte

o Organisatoren von Veranstaltungen (Konzerte, Messen, Festivals usw.) fördern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. o Fahrschulen, die Schwerpunkte auf Verkehrssicherheit und spritsparenden Fahrstil legen. o Schulen fördern durch die Gestaltung der Schulwege eine sichere und selbständige Mobilität, Schülerinnen und Schüler führen Verkehrssicherheits-Projekte durch. o Betriebe fördern die sichere Mobilität von Lehrlingen.

Die Projekte, die beim Wiener Mobilitätspreis eingereicht werden, werden von einer Fachjury bewertet. Die besten Projekte werden von VCÖ, der Stadt Wien und Postbus mit dem Wiener Mobilitätspreis 2005 und einer wertvollen Trophäe ausgezeichnet. Die prämierten Projekte nehmen dann an der bundesweiten Ausscheidung teil und haben die Chance von einer Fachjury zum besten Projekt Österreichs gekürt zu werden.

Die Einreichunterlagen sind direkt im Internet unter http://www.vcoe.at/ erhältlich oder können beim VCÖ telefonisch unter (01) 893 26 97 oder per E-Mail unter vcoe@vcoe.at angefordert werden. Einreichschluss ist der 30. Juni 2005. Die Projekte werden von einer zehnköpfigen unabhängigen Jury mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung bewertet.(Schluss) kel

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