Wiener Grüne fordern Sozialpolitik für Drogenabhängige und Obdachlose

Susanne Jerusalem: "Szene löst sich nicht in Luft auf"

Wien (OTS) - Die Schutzzone am Karlsplatz hat die Drogenszene 10 Meter tiefer in die Opernpassage getrieben, jetzt befinde sie sich dort, wo die Passage besonders eng sei. "Unglaublich", so die Grüne Sozialsprecherin Gemeinderätin Susanne Jerusalem, "was alles unter dem Titel Erfolg verkauft wird". Das Vorgehen von ÖVP, SPÖ und FPÖ, prophylaktisch gegen Personen einzuschreiten, die möglicherweise eine Straftat begehen könnten, bringe unterm Strich genau Null, so die grüne Gemeinderätin. Die Tatsache, dass bereits über neue Schutzzonen in Wien nachgedacht werde, zeige, dass die Schildbürgerei noch lange nicht ausgestanden sei.

Die "verscheuchte Szene" werde jedenfalls immer wieder woanders auftauchen, so Jerusalem: "Die Menschen lösen sich nicht in Luft auf". Es stelle sich die Frage, ob sich Wien auch ein sozialpolitisches Konzept leiste, denn in der Opernpassage werde heuer eine starke Zunahme an obdachlosen Menschen registriert: "Sie schlafen teilweise zu zweit in Telefonnischen und drängen sich über Lüftungsschachts, um etwas von der warmen Luft abzubekommen", stellt Jerusalem fest. Es gebe in Wien weder die erforderliche Zahl von Dauerwohnplätzen noch sei man in der Lage, auf die Bedarfsspitze im Winter adäquat zu reagieren.

Jerusalem fordert Stadträtin Brauner auf, dem "Schutzzonen-Wahn" sozialpolitische Maßnahmen entgegenzusetzen und fordert Dauerwohnplätze für Obdachlose, Konsumräume für Drogenabhängige, Aufenthaltsräume und Treffpunkte. "Genau wie alle anderen Menschen wollen auch Menschen, die kein Geld haben um einen Kaffee zu bestellen, sich treffen, unterhalten und im Warmen sitzen", so Jerusalem abschließend.

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