Tumpel warnt vor Privatisierung unserer Trinkwasserversorgung (1)

Regierung muss klar gegen alle Privatisierungspläne beim Wasser auftreten

Wien (OTS) - "Die Wasserversorgung muss in Österreich in öffentlicher Hand bleiben", ver-langt AK Präsident Herbert Tumpel heute, Mittwoch, bei einer AK und Städtebund Veranstaltung mit Experten aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Erfahrungen zeigen: Wird die öffent-liche Wasserversorgung durch ein privates, gewinnorientiertes Monopol ersetzt, zahlen die KonsumentInnen mehr, oft für eine deutlich schlechtere Qualität. Bereits mehr als 20 Prozent der Europäer erhalten ihr Trinkwasser von Multis, in Frank-reich, Großbritannien und Tschechien sogar 80 Prozent. "Österreichs Städte und Gemeinden müssen selbst entscheiden können, wie, von wem und zu welchem Preis die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung durchgeführt wird", sagt Tum-pel. Außerdem sei die Wasserversorgung zu wichtig, als dass sie ein Geschäft für einige Multis wird, die nur am Gewinn interessiert sind. Die Regierung müsse daher in Österreich und auf EU-Ebene deutlich gegen alle Privatisierungspläne beim Wasser auftreten, so Tumpel.

Die EU-Kommission überlegt immer wieder, im Wassersektor eine generelle Aus-schreibungsverpflichtung einzuführen. Bei den Verhandlungen zum allgemeinen Abkom-men über Handel mit Dienstleistungen (GATS) fordert die EU von 72 Staaten eine Öff-nung ihres Wassersektors für Private. Und auch in Österreich wird weiterhin Lobbying für Wasserprivatisierung gemacht.

Die Preise bei Wasser sind für die Konsumenten bei privaten Anbietern deutlich höher als bei öffentlichen Versorgern. Erfahrungen vor allem aus England und Frankreich zei-gen, dass KonsumentInnen für eine deutlich schlechtere Qualität gleich viel wie in Öster-reich oder sogar mehr zahlen. Die Investitionen der Privaten sind deutlich niedriger als in Österreich, die Gewinne hingegen haben enorme Höhen erreicht. Mehrere Städte in Eu-ropa haben daher die Wasserversorgung auf Grund schlechter Erfahrungen mit Privaten wieder in die öffentliche Hand zurückgenommen, z.B. Grenoble in Frankreich, Potsdam in Deutschland, Norkoping in Schweden, oder sie verhandeln gerade darüber wie in Pecs in Ungarn. In den Niederlanden wurde eine Privatisierung der Haushaltswasserversorgung im Jahr 2004 gesetzlich ausgeschlossen.

"In Österreich mit hochwertiger öffentlicher Versorgung gibt ein keinen Grund für eine Wasser-Privatisierung", betont Tumpel. Die österreichische Siedlungswasserwirtschaft ist Spitze bei der Qualität und steht auch bei der Effizienz um nichts nach, so das Ergebnis einer Studie der TU Wien. Und die Konsumenten zahlen um nichts mehr. Deshalb wollen auch 88 Prozent der ÖsterreicherInnen, dass die Wasserversorgung weiter von den Ge-meinden gemacht wird. "Es gibt also keinen Grund für einen Systemumbruch, wie das die EU Kommission und die Wassermultis wollen", sagt Tumpel. Die Wasserversorgung müsse leistbar und hochwertig sein. Das könne nur die öffentliche Hand verlässlich ga-rantieren, so der AK Präsident. (Forts.)

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