Preisdumping bedroht NÖ Gesundheitswesen

NÖ Ärztekammer: Klares NEIN zu weiteren Reduktionen ärztlicher Honorare

Wien (OTS) - "Es ist für uns befremdend, dass die NÖGKK, mit der wir seit Jahrzehnten ein gutes partnerschaftliches Verhältnis pflegen, nunmehr ihre Honorarverhandlungen mit den Ärzte via Medien führt. Noch unverständlicher ist uns, dass die Krankenkasse, die immer davon sprach zur Aufrechterhaltung der hohen medizinischen Qualität in unserem Bundesland eine Erhöhung der Kassenbeiträge zu benötigen. Und auch wir Ärzte haben sie darin immer unterstützt. Nunmehr, da sie entsprechende Erhöhungen der Mittel erhalten hat, kann sich die Kasse offensichtlich nicht mehr an ihre eigenen Aussagen erinnern." Harte Worte fand heute der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Lothar Fiedler, auf die gestrige Ankündigung der NÖGKK in einem ORF - Interview, die Finanzsituation der Kasse durch Reduktion der ärztlichen Honorare, speziell durch jene der Fachärzte, bereinigen zu wollen.

"Wir Ärzte haben in den letzten Jahren drastische Einbußen bei ärztlichen Honoraren im Sinne der Versorgung unserer Patienten in Kauf genommen. Bürokratische Schikanen (Chefarztpflicht, etc.) ließen die Aufwendungen für den Ordinationsbetrieb deutlich steigen. Wenn die NÖGKK ihre Finanzsituation durch eine weitere Reduktion ärztlicher Honorare bereinigen will, werden die Verantwortlichen zur Kenntnis nehmen müssen, dass dann die Patienten zukünftig ihre medizinischen Leistungen beim Arzt direkt bezahlen müssen. Ein System, welches wir Ärzte nicht wollen, mit welchem wir aber auch zu leben lernen werden."

Erst jüngst haben die NÖ Ärzte bei der Zusammenführung der Sozialversicherungen der Eisenbahner und des Bergbaus einer massiven Honorarreduktion zugestimmt, um für deren Versicherte - die nicht gerade zu den sozial Begünstigen gehören - nicht den Zugang zur medizinischen Versorgung zu behindern.

Für den Ärztechef sind die bestehen Verträge einzuhalten - und es besteht keinerlei Bereitschaft, über Reduktionen von ärztlichen Honoraren auch nur zu diskutieren.

"Das Gesundheitswesen ist kein türkischer Bazar, wo man - je nach Lust und finanzieller Lage - um ärztliche Honorare feilschen kann. Wir Ärzte arbeiten bereits jetzt zu Sozialtarifen und werden uns auf ein Preisdumping auf Supermarktniveau sicherlich nicht einlassen. Qualitative Medizin und hochwertige ärztliche Leistungen kosten Geld. Wer glaubt für den Preis eines "Smart" einen "Mercedes" zu bekommen, hat im Gesundheitswesen nichts verloren. Wir sind jedenfalls nicht bereit, die Qualität der Medizin nur aus Preisgründen auf niedrigstes Niveau herunterzuschrauben."

Die NÖ Ärztekammer fordert von Ihrem Vertragspartner NÖGKK die Einhaltung der bestehenden Verträge. Wenn dies seitens der Kassen nicht gewünscht ist, so solle die Kasse eben die Möglichkeit einer Vertragskündigung erwägen.

Präsident Dr. Fiedler abschließend: "Es ist nunmehr, nach Jahren an Realverlusten, die Zeit gekommen, die ärztlichen Honorare den neuen Gegebenheiten anzupassen. Diese sind ein rasanter Forschritt in den medizinischen Möglichkeiten bei gleichzeitig ausufernder Bürokratie und immer strengeren gesetzlichen Vorgaben. Dieser Kostenexplosion für das "Wirtschaftsunternehmen Arztordination" muss Rechnung getragen werden. Wenn dies nicht von Seiten der sozialen Krankenversicherung erfolgt, werden wir Ärzte eben auf andere Weise die Zukunft unserer Praxen - und damit die medizinische Versorgung der Bevölkerung - sicherstellen müssen."

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer NÖ, Pressestelle
Axel C. Moser
Tel.: 01 - 53751 - 221 DW
moser@arztnoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AEN0001