Frauenhelpline 0800/222 555: Erste Anlaufstelle auch für Migrantinnen, die von Gewalt betroffen sind.

Ab 2005 erhalten auch Anruferinnen, die türkisch, serbokroatisch, arabisch, slowenisch und slowakisch sprechen, zu bestimmten Zeiten Beratung in ihrer Muttersprache.

Wien (OTS) - Die Situation für Migrantinnen, die von Gewalt betroffen sind, ist besonders schwierig. Die Lösung des Gewaltproblems ist meist eng verknüpft mit der Überwindung zahlreicher struktureller Barrieren bezüglich Aufenthalt und Arbeitsmarkt. Der aufenthaltsrechtliche Status einer Migrantin ist meist von dem ihres Ehegatten abhängig (Familienvisum). Eine Trennung oder Scheidung von gewalttätigen Partner ist deshalb ohne vorherige ausführliche psychosoziale und rechtliche Beratung nicht ratsam. Manche Migrantinnen, die im Rahmen der Familienzusammenführung nach Österreich gekommen sind, sind zusätzlich mit einem Beschäftigungsverbot belegt. Die durchschnittlichen Bruttomonatseinkommen von Migrantinnen liegen auffällig unter den durchschnittlichen Einkommen der Österreicherinnen. Anspruch auf Sozialleistungen ist ebenfalls nicht selbstverständlich. Sie haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Sozialhilfe, diese wird nur in sozialen Härtefällen, bei rechtmäßigem Aufenthalt oder längerer Niederlassung gewährt. Migrantinnen sind somit verstärkt armutsgefährdet und insbesondere auch oft von Obdachlosigkeit betroffen.

Eine niederschwellige Beratung über alle Fragen und Maßnahmen im Zusammenhang mit Gewalt in der eigenen Muttersprache ist daher dringend notwendig.

Die Mitarbeiterinnen der Frauenhelpline unterstützen tagtäglich zahlreiche hilfesuchende Anruferinnen mit psychosozialer Beratung und rechtlicher Information auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben. Auch 2004 haben die Beraterinnen wieder knapp 17.000 Anrufe entgegengenommen und persönlich betreut. 60% der Anrufe kamen von Frauen und etwa 29% von Männern. 175 hilfesuchende Frauen wurden in einer akuten und gefährlichen Gewaltsituation unterstützt. In diesen Fällen wurde im Auftrag der betroffenen Frauen bei der Exekutive interveniert, eine Wegweisung des Gewalttäters erreicht oder Kontakt zu den nächstgelegenen Frauenhäusern hergestellt. Die Helpline verzeichnete vor allem nachts und an Wochenenden vermehrt Notfälle und Anrufe aufgrund akuter Krisensituationen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Maria Rösslhumer
Tel.: 01/544 08 20 oder 0664/793 07 89
www.frauenhelpline.at

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