Rotes Kreuz fordert freien Zugang zu sterilen Nadeln und Einwegspritzen für Drogenabhängige

Verstärkte Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen im Kampf gegen Aids

Wien (Rotes Kreuz) - "Wir Westeuropäer schieben das Problem HIV gerne den ärmeren Ländern zu und fühlen uns wenig betroffen. Aber die tödliche Seuche hat noch vor keiner Grenze halt gemacht", warnt Wolfgang Kopetzky. Der Rotkreuz-Generalsekretär vertritt heute die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften vor der UNO Drogenkommission in Wien.
"Wir müssen alles daran setzen, die Ausbreitung von HIV/Aids massiv einzudämmen. Drogenbenutzer werden in die Illegalität gedrängt. Wenn sie zusätzlich noch mit HIV/Aids infiziert sind, werden sie doppelt diskriminiert. In vielen Ländern werden Drogenbenutzer eingesperrt. Aber nicht nur in den Gefängnissen stellt die Ansteckung mit HIV/Aids durch den Austausch von infizierten Nadeln ein besonders großes Problem dar.
Aufgrund wissenschaftlicher Analysen wissen wir aber, dass das Thema HIV/Aids sehr leicht und effizient eingedämmt werden kann, indem sterile Einwegspritzen angeboten werden oder der Zugang zu entsprechenden Behandlungen geöffnet wird", erklärt Kopetzky.

Durch die Nadel der Drogenabhängigen stecken sich meist junge Menschen an. In Osteuropa zum Beispiel ist die größte Gruppe der HIV-Positiven männlich und zwischen 15 und 40 Jahre alt: Eine Generation von Arbeitskräften, die krank ist und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Region schwächt. Aids reduziert nach Schätzungen das BIP dieser Länder um 1 Prozent. Auf der anderen Seite steigen die Ausgaben für Gesundheitsprogramme auf bis zu drei Prozent des BIP.

Weltweit wird die Zahl derjenigen, die Drogen spritzen auf 12,6 Millionen Menschen geschätzt. Davon sind insgesamt zehn Prozent mit HIV/Aids infiziert. In manchen Ländern Osteuropas ist die Übertragung des tödlichen Virus sogar zu 75 % auf den Austausch von infizierten Nadeln zurückzuführen.

Im Namen der internationalen Rotkreuz-Bewegung bietet Kopetzky den Vereinten Nationen die Partnerschaft im Kampf gegen HIV/Aids an. "Jeder Mensch muss das Recht auf Gesundheit und auf Zugang zu Medikamenten haben. Regierungen alleine können den Kampf gegen Aids nicht gewinnen. Sie brauchen einen Partner wie das Rote Kreuz, der die Hilfsprogramme zu den Menschen bringt, operativ plant und durchführt", ist Kopetzky überzeugt.
Das Österreichische Rote Kreuz hat zum Thema Sucht ein Factbook unter http://factbook.roteskreuz.at eingerichtet.

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