ÖBB: Infrastrukturgipfel bringt Durchbruch in der Semmering-Frage

Auch Ausbau der Westbahn und Vorfinanzierung der Summerauer Bahn entschieden

Wien (OTS) - ÖBB (Wien) - Der heute, Dienstag, im Wiener Bundeskanzleramt stattgefundene Infrastrukturgipfel zur Zukunft der Schienenverbindung Wien - Linz, Linz - Graz, Graz - Wien hat die Weichen für den Ausbau wichtiger österreichischer Bahnstrecken neu gestellt. In der Frage des Semming Basistunnels wurde ein Durchbruch erreicht: das bislang verfolgte Projekt soll auf Wunsch des Eigentümers zurückgezogen werden, ein neues Projekt mit größerem Nutzen für Österreich wird nun von den ÖBB vorgelegt. Zugleich gab es auch eine Einigung zum Ausbau der Westbahn und zur Vorfinanzierung des Ausbaus der Summerauer Bahn. Am Gipfeltreffen nahmen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler und Infrastrukturminister Hubert Gorbach, die Landeshauptleute Erwin Pröll (NÖ) und Waltraud Klasnic (Steiermark), die LH-Stv. Leopold Schöggl (Stmk) und Franz Hiesl (OÖ) und ÖBB-Holding Vorstandssprecher Martin Huber Teil.****

Semmering Basistunnel neu

In der seit über 15 Jahren diskutierten Frage des Semmering Basistunnels wurden die ÖBB heute von der Politik beauftragt, vom bisher verfolgten Projekt Abstand zu nehmen und umgehend mit der Planung einer neuen Trassenvariante zwischen Gloggnitz (NÖ) und Langenwang (Stmk) zu beginnen. Die neue Variante des Semmering Basistunnels soll in etwa zeitgleich mit der Koralmbahn (Bahnverbindung Graz - Klagenfurt) fertig gestellt sein und damit den vollen Nutzen der neuen Südbahn zutage treten lassen.

Die Entscheidung geht mit der Ankündigung des ÖBB-Managements konform, Sinnhaftigkeit und Effizienz von Ausbauprojekten verstärkt in den Mittelpunkt der Analysen zu stellen. Die endgültige Festlegung auf den Bau der Koralmbahn im Dezember 2004 blieb schließlich nicht ohne Folgen für die Frage des Semmering Basistunnels. Durch seine Konzeption als "Flachbahn" mit maximalen Steigungen von rund 6 Promille erreicht die Koralmbahn einen weit besseren Wert als das bislang verfolgte Modell des Semmering Basistunnels - mit erheblichen Auswirkungen auf die Beförderungsmöglichkeiten entlang der gesamten Südbahn. Auch in der Frage der Sicherheitsstandards soll das neue Projekt nun für eine optimale Nutzung der neuen Südbahn abgestimmt werden.

Ausbau der Westbahn und der Achse Summerau - Spielfeld Straß

Eine klare Festlegung gab es bei dem Treffen auch in der Frage der Achse Wien - Linz, also der Westbahn. Hier soll das Ausbauprogramm -viergleisiger Ausbau mit Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h -unverändert umgesetzt werden.

Eine Achse der Zukunft stellt die Verbindung Summerau - Linz -Selzthal - Graz - Spielfeld dar, die Teil der Transeuropäischen Netze der Europäischen Union ist. Hier haben sich die Bundesländer Steiermark und Oberösterreich auf ein Modell der Vorfinanzierung geeinigt, um eine raschere Umsetzung des Ausbauprojektes zu ermöglichen. Auch bei dieser wichtigen Achse mit starkem grenzüberschreitenden Bezug Richtung Tschechien und Slowenien profitiert die österreichische Wirtschaft deutlich von einer vorverlegten Fertigstellung. Die Arbeiten am Projekt werden nun auf Hochtouren vorangetrieben und inhaltlich weiter entwickelt.

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