AUGE zum Frauentag: "Arbeitszeitdebatte wird am Rücken der Frauen ausgetragen!"

Alternative und Grüne GewerkschafterInnen wollen durch Arbeitszeitverkürzung gerechtere Verteilung von Arbeit zwischen Männern und Frauen

Wien (OTS) - "Die Verwendung von Zeit ist zwischen Männern und Frauen äußerst ungleich verteilt. Männer verbringen mehr Zeit in der Erwerbsarbeit, Frauen bei Hausarbeit und Kindern. In Summe arbeiten Frauen allerdings täglich eine knappe Stunde mehr als Männer. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass inzwischen jede zweite Person unter Zeitnotstand leidet, Frauen mehr als Männer. Die unter dem Schlagwort 'Arbeitszeitflexibilisierung' seitens der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung geforderte Verlängerung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit würde diesen Zeitnotstand noch vergrößern. Das würde direkt zulasten der Frauen gehen, die traditionelle Arbeitsteilung verfestigen und damit auch die bestehende Einkommensdiskriminierung von Frauen verstärken," so Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen zum heutigen Frauentag.

"EU-weite Untersuchungen haben ergeben, dass die Menschen kürzere Arbeitszeiten wollen. Im Europäischen Durchschnitt wollen Männer wöchentlich 36,8 Stunden, Frauen 30,4 Stunden arbeiten. In Österreich wollen Männer ihre Arbeitszeit um 5,6 Stunden, Frauen ihre Arbeitszeit um 3,6 Stunden verkürzen," Paiha weiter. "Technischer Fortschritt, Produktivität und Effizienz würden uns dies auch ermöglichen, ohne auf Einkommen verzichten zu müssen." Die von der Wirtschaft dominierte Arbeitszeitdebatte ist umzudrehen. "Die Frage ist nicht: wie viel Zeit von uns braucht die Wirtschaft, sondern wie viel Zeit benötigen Menschen zum Leben," fordert Paiha eine offensive Debatte um eine Verkürzung der Arbeitszeit.

"In Dänemark hat die Verkürzung der Arbeitszeit dazu beigetragen, die häusliche Arbeitsteilung und das Erwerbsverhalten von Frauen zu verändern. Beiden Geschlechtern brachte die Arbeitszeitverkürzung mehr Zeitwohlstand, eine gerechtere Arbeitsteilung und eine gerechtere Verteilung von Einkommen. Eine Arbeitszeitverlängerung ist dagegen ganz klar gegen die Frauen gerichtet," schließt Paiha.

Rückfragen & Kontakt:

Klaudia Paiha
Tel.: 0664/614 50 14

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AGG0001