- 07.03.2005, 10:42:38
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ARBÖ: Frauen stark im Kommen
Automarkt setzt große Zukunfts-Hoffnung auf Frauen
Wien (OTS) - 42 Prozent aller Führerscheine in Österreich sind in
Frauenhand, obwohl Frauen mit 51,5 Prozent die Mehrheit der
Bevölkerung stellen. "Damit ist klar, dass Frauen für die Autobranche
eine große Zukunftshoffnung darstellen, als Autokäuferinnen und
Fahrerinnen", meint ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar anlässlich
des Internationalen Frauentags.
Hatten die Frauen in Österreich schon bisher bei 80 Prozent der
Autokäufe ein wichtiges Wort mitzureden, treten Frauen immer mehr
selbst als Käuferinnen auf. Teile der Autoindustrie versuchen
folgerichtig, die genauen Bedürfnisse der Frauen zu erheben. Dr.
Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrum Frau und Auto an
der Hochschule Niederrhein hat mit ihren Studenten herausgefunden,
was für Frauen beim Autokauf am wichtigsten ist: Günstig im
Verbrauch, hohe Sicherheit und ergonomische Sitze sind die drei
wichtigsten Kriterien. Wie die Kofferraumbeleuchtung oder die
Freisprecheinrichtung aussieht oder ob die Stoßstangen lackiert sind,
interessiert weibliche Käuferinnen am allerwenigsten.
Ein eigenes "Frauenauto", womöglich putzig und in Rosa, lehnen
Frauen entschieden ab. Das zeigt die Studie YCC (Your Conzept Car")
von Volvo, die vor einem Jahr auf dem Genfer Automobilsalon
vorgestellt worden war. Dieses von Frauen für Frauen entwickelte
Konzept zeigt ein Fahrzeug mit kraftvollem Aussehen, mit Ecken und
Kanten und einer starken Frontpartie. Der Stauraum ist gut
durchdacht, das Ein- und Aussteigen leicht gemacht, das Sichtfeld
funktional. Der starke Benzin-Motor erfüllt die strengsten
Emissionsnormen und hat einen niedrigen Treibstoffverbrauch.
Ob Frauen besser oder schlechter fahren als Männer ist eine ewige
Streitfrage. Es gibt Hinweise, das Frauen anders fahren: das
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat festgestellt, dass sie
umsichtiger und sozialer fahren und weniger egoistisch als Männer.
Die meisten Fehler hinterm Lenkrad machen sie eher aus Unsicherheit -
etwa beim Abbiegen oder beim Einparken - und nicht aus
Überheblichkeit oder übertriebenem Selbstbewusstsein. Es gibt aber
auch Hinweise, dass Frauen bei typischen männlichen Untugenden - wie
Rasen oder alkoholisiert fahren - aufholen. Beim Angurten sind sie
eindeutig "braver" als Männer. Knapp 80 Prozent der Lenkerinnen
gurten sich in Österreich an, aber nur 63 Prozent der Männer. Auch
als Beifahrerinnen greifen Frauen öfter zum Gurt (85 Prozent) als
Männer (68 Prozent).
Die Unfallstatistik spricht allerdings eine klare Sprache: Nur 27
Prozent der 931 Verkehrstoten im Jahr 2003 waren Frauen. Bei den
durch Alkoholisierung verursachten Unfällen betrug der Frauenanteil
10,4 Prozent (308 von 2962).
Die Wiener Verkehrspsychologin und Mobilitätsforscherin Lieselotte
Schmidt schlug schon vor längerer Zeit vor, dass Frauen in der
Verkehrsplanung und Verkehrspolitik mehr gefragt werden und
mitentscheiden sollten.
OTS0086 2005-03-07/10:42
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