Waldviertel: 29.782 arbeitsrechtliche Beratungen in AK-Bezirksstellen

Bilanz 2004: AKNÖ-Rechtsschutz bringt Arbeitnehmern 5.414.945 Euro

Wien (OTS) - Krems (AKNÖ). Der kostenlose Rechtsschutz für Arbeits- und Sozialrecht brachte den ArbeitnehmerInnen im Jahr 2004 5.414.945 Euro. In den AK-Bezirksstellen des Waldviertels suchten 29.782 Menschen Rat und Hilfe in arbeits- oder sozialrechtlichen Angelegenheiten. In 713 Fällen konnten ausstehende Lohn- oder Gehaltszahlungen durch Interventionen beim Arbeitgeber hereingebracht werden. 298 Interventionsschreiben brachten nicht den gewünschten Erfolg, worauf der Weg zum Arbeitsgericht beschritten werden musste. Das Rechtsschutzbüro Nord für das Waldviertel konnte 901.878 Euro erfolgreich einklagen.

Erreichte Summen im Arbeits- und Sozialrecht sowie aus Insolvenzverfahren

1. Außergerichtliche Einigung: 275.210 Euro
Der größere Teil der arbeitsrechtlichen Konflikte konnte auch im Jahr 2004 auf außergerichtlichem Wege gelöst werden. In sehr vielen der 22.184 arbeitsrechtlichen Beratungsgespräche stellt sich heraus, dass den Arbeitnehmern Geld vorenthalten wird. Die Betroffenen ersuchen die AK aber erst dann einzuschreiten, wenn das Dienstverhältnis beendet ist. Ein eingeschriebener Brief der Arbeiterkammer bei aufrechtem Dienstverhältnis, so die Sorge vieler Arbeitnehmer, hätte unweigerlich die Kündigung zur Folge.
Für die 713 Arbeitnehmer, für die interveniert wurde, erzielten die Waldviertler Bezirksstellen zusammen 275.210 Euro.

2. Verfahren vor dem Arbeitsgericht: 901.878 Euro
In 298 Fällen brachte der eingeschriebene Brief der AK nicht den gewünschten Erfolg. Entweder weil der Arbeitgeber nicht geantwortet oder die Arbeitnehmeransprüche bestritten hat. Mag. Gerhard Anderl, Leiter des Rechtsschutzbüros in Krems: "Wir wägen genau ab, bevor eine Klage beim Landesgericht Krems eingebracht wird. Trotzdem kann es lange dauern, bis Recht gesprochen wird." In den 298 Arbeitsgerichtsverfahren wurden 901.878 Euro Lohn- oder Gehaltsnachzahlungen erwirkt. Das sind 3.026 Euro durchschnittlich pro Fall. Eine Summe, die für sich spricht.

3. Insolvenzen: 4.233.693 Euro für die Arbeitnehmer
Die Arbeiterkammer-Experten werden auch zu Insolvenzverfahren beigezogen. Sie errechnen die offenen Forderungen der ArbeitnehmerInnen und stellen die Anträge an den Insolvenzfonds. Auf diese Weise konnten im Jahr 2004 im Waldviertel 4.233.693 Euro für Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten, erreicht werden.

4. Hilfe vor dem Sozialgericht: 277 Klagen auf Pension
7.598 ältere Arbeitnehmer suchten Hilfe in Sozialrechts- und Pensionsangelegenheiten. In 227 Fällen übernahm die AKNÖ den Rechtsschutz vor dem Sozialgericht Krems und klagte eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension ein. Mag. Gerhard Anderl: "Das ist eine Steigerung um über 50 Prozent. Die Rechtssprechung wird immer restriktiver. Hier geht es wirklich um die Existenz älterer und nicht mehr gesunder Arbeitnehmer. Die berufskundlichen Gutachten sind oft praxisfremd. Wie soll ein Arbeiter, der bisher nur manuell im Blauzeug an Maschinen gearbeitet hat, plötzlich als Berater in einem Heimwerkermarkt Fuß fassen?" Von Flucht in die Pension, wie häufig zu hören ist, kann keine Rede sein. Im Gegenteil, die kranken Arbeitnehmer werden zwischen AMS und Pensionsantrag hin- und hergeschoben.

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