Kuntzl zu Haubner: Hören Sie auf untätig zuzusehen!

Hochwertige Kinderbetreuungseinrichtungen entstehen nicht von selbst

Wien (SK) "Die verantwortungslose Familienpolitik der Bundesregierung lässt österreichische Familien mit ihren Sorgen alleine", so SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl, die sich am Freitag auf aktuell präsentierten Daten der Arbeiterkammer, betreffend dem Kinderbetreuungsangebot in Österreich, bezog. Gegenüber dem Pressedienst der SPÖ forderte Kuntzl Sozialministerin Haubner auf "nicht länger untätig zuzusehen! Im Budgetvoranschlag ist wieder kein Geld für den Ausbau dringend benötigter Kinderbetreuungsplätze vorgesehen. Das zementiert die derzeitig völlig unzureichende Betreuungslage bis einschließlich 2006 ein. Hochwertige Betreuungsplätze ermöglichen nicht nur die Berufstätigkeit von Müttern, sie erweitern vor allem die Bildungschancen der Kinder. " ****

Die Arbeiterkammer veröffentlichte am Freitag eine Auswertung, wonach lediglich in Wien von einem flächendeckenden und bedarfsorientierten Angebot an Kinderbetreuungsplätzen gesprochen werden kann. "Auf Grund der anhaltenden Untätigkeit von Ministerin Haubner steigt sogar die Anzahl jener Kinder mit berufstätigen Müttern, die nicht in einer Betreuungseinrichtung untergebracht sind. Hier rächt sich die ersatzlose Streichung der Kindergartenmilliarde (Schilling) kurz nach Antritt der Schwarz-Blauen Regierung. " Kuntzl verwies auf das Budget 2006, das in den nächsten Wochen im Parlament verhandelt wird: "Wieder ist kein Geld für den Ausbau hochwertiger und den Bedürfnissen der Familien angepasster Kinderbetreuungsplätze vorgesehen. Abhilfe zur jetzigen Situation ist damit nicht in Sicht, im Gegenteil: die Lage wird sich noch verschärfen. Haubner scheiterte damit ein weiteres Mal Verbesserungen für österreichische Familien herauszuschlagen. "

"Die Familienpolitik der Regierung bewertet Kinderbetreuungseinrichtungen lediglich als Aufbewahrungsstellen. Dabei hat gerade die Diskussion rund um die alarmierenden PISA-Ergebnisse den positiven Einfluss von einem Kindergartenbesuch auf den anschließenden Bildungserfolg gezeigt. Kinderkrippen und Kindergärten sind endlich als Bildungseinrichtungen politisch wahrzunehmen", verwies Kuntzl auf das Bildungsprogramm der SPÖ. Stattdessen versteife sich die Regierung in ihrer "verstaubten, antiquierten Haltung, die Kinderbetreuung ausschließlich bei der Mutter anzusiedeln. " Seit bekannt werden der Zahlen im Mikrozensus 2002 habe sich die Regierung im "Wegreden und Wegschauen geübt. Statt endlich tätig zu werden, griff die Regierung zu statistischen Tricks und erfand zweifelhafte Berechnungsmethoden um den vorhandenen Bedarf klein zu reden. Schließlich stehen der Erhebung des Mikrozensus 2002, in dem von 90.000 fehlenden Plätzen ausgegangen wird, die fragwürdige Anzahl von lediglich 18.000 Plätzen der Regierung gegenüber. "

Es nütze nichts, die finanzielle Verantwortung zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen beharrlich auf Länder und Gemeinde abzuwälzen. "Die Bereitstellung von pädagogisch hochwertigen und den Bedürfnissen berufstätiger Eltern angepassten Betreuungseinrichtungen ist ein bundesweites Interesse. Es ist nicht einzusehen, weshalb ein Kind in Tirol ein wesentlich schlechteres Angebot vorfindet als Kinder in Wien. Leider werden auch in Zukunft Kinder im Westen Österreichs eine begrenztere Auswahl für maßgeschneiderte Kinderbetreuungseinrichtungen haben, als dies wiener Kinder nützen können, " schloss Kuntzl (Schluss) ns/mm

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