Serbischer Präsident Tadic in der WKÖ

Handelsvolumen zwischen Österreich und Serbien mehr als verdoppelt - Österreich Nr. 2 Investor

Wien (PWK158) - "Serbien steht schon seit Jahren im Blickfeld österreichischer Unternehmen, die schon immer gute Kontakte zu serbischen Partnern hatten und diese jetzt, nach der politischen Wende, intensiv ausbauen", sagte WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz, in seiner Begrüßungsrede auf dem AWO-Länderforum Serbien anlässlich des heutigen Besuchs des serbischen Präsidenten Boris Tadic in der WKÖ. Schenz wies darauf hin, dass es "ein großes Anliegen unserer Außenwirtschaftsorganisation ist, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ständig auszubauen und zu verbessern, da Serbien einer der Zukunftsmärkte Europas ist." Alleine im vergangenen Jahr machte das Wirtschaftswachstum 8% aus und ist somit eines der höchsten Europas. Schenz: "Es ist eine besondere Freude, dass uns Präsident Boris Tadic mit einer so großen Wirtschaftsdelegation besucht und es zeigt auch, dass das Interesse serbischer Unternehmen an intensiven Kooperationen mit österreichischen Firmen enorm ist." Ein Zeichen dieses Interesses sei auch die Tatsache, dass Slobodan Milosavljevic, Präsident der serbischen Wirtschaftskammer, heute ein Büro seiner Organisation in Wien eröffnet.

Die guten Wirtschaftsbeziehungen haben eine lange Tradition. Seit dem Jahr 2000 hat sich alleine das Handelsvolumen mehr als verdoppelt und binnen vier Jahren hat sich die Anzahl der österreichischen Niederlassungen in Serbien von 40 auf über 160 erhöht. Die serbischen Exporte nach Österreich legten im vergangenen Jahr um 39% zu, umgekehrt machte das Plus 14% aus. Österreich selbst ist nach den USA der zweitgrößte Investor in Serbien. "Ich hoffe, dass Österreich aber bald die Nummer eins sein wird und das sich die Anzahl der österreichischen Unternehmen in meinem Land vervielfachen wird", betonte Präsident Tadic in seiner Rede. "Ich bin hier um über Wirtschaft zu reden und Serbien hat auf diesem Gebiet viel zu bieten", so Tadic weiter. Serbien sei das einzige Land am Balkan, das mit allen anderen Staaten der Region gemeinsame Grenzen habe und somit ein ideales Sprungbrett sei, um von hier aus einen Markt mit rund 60 Millionen Konsumenten zu bearbeiten. Tadic: "Zusätzlich haben wir mit allen Staaten Südosteuropas und auch mit Russland Freihandelsabkommen, weitere werden folgen, etwa mit der Ukraine und der Türkei. Ich lade daher alle österreichischen Unternehmen ein, diese wirtschaftlichen Vorteile zu nützen. Sie sind in Serbien willkommen."

"Neben diesen Vorteilen ist Serbien mittlerweile auch ein stabiles Land, wirtschaftlich und politisch", betonte Milan Parivodic, Minister für wirtschaftliche Beziehungen mit dem Ausland. Für Serbien gebe es keinen Weg zurück in die belastete Vergangenheit, dafür sei die neue politische Führung und auch der Wille der Serben wieder in Europa integriert zu sein, der Garant. Die große Mehrheit der Bevölkerung wolle mittelfristig in die EU. Parivodic: "Als ersten Schritt streben wir bis 2008 den Beitritt zur WTO an." Dafür wurde ein intensiver Privatisierungsprozess gestartet, die Wirtschaft entmonopolisiert, Unternehmensgründungen vereinfacht und eine Reihe von Gesetzesreformen durchgesetzt.

Herbert Preclik, österreichischer Handelsdelegierter in Belgrad, ging auf die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Österreich und Serbien ein: "Österreichs Unternehmen haben eine dominierende Stellung im Banken-, Versicherungs- und Leasingsektor errungen, wobei die österreichischen Firmen beim letzteren auf einen Marktanteil von über 90 Prozent verweisen können." Austro-Unternehmen konnten in letzter Zeit auch durch drei große Übernahmen reüssieren. Für rund 20 Mio Euro übernahm die österreichische ATB Austria Antriebstechnik den Elektromotorenhersteller Sever in Subotica, die BA-CA (HVB) übernimmt die serbische Eksim Banka und wird dadurch zur fünftgrößten Bank in Serbien und die österreichische JDS Holding GmbH (Chemtrans) stieg beim Düngemittelproduzenten Azotara Subotica für 7,5 Mio Euro ein. Preclik: "Marktchancen für österreichische Unternehmen liegen vor allem im Infrastruktur- und Umweltbereich. Hier wird für die kommenden Jahre ein überproportionales Wachstum erwartet, da auch die Kommunen seit Jahrzehnten weder in die Abwasserreinigung, Mülldeponierung, Straßenerhaltung noch in Spitäler investiert haben." Im Produktionsbereich liegen die Chancen in den Bereichen Holz und Lohnfertigung (Textilien, etc.). Vor allem im Holzmöbelbereich besteht bereits gutes Know-how im Land.

"Nach einem verhaltenen Wachstum zu Beginn des Jahres, konnte 2004 dennoch ein deutliches Wirtschaftswachstum erzielt werden. Für heuer rechnen Wirtschaftsexperten mit einem BIP-Wachstum von vier bis fünf Prozent - nach wie vor ein Wert weit über dem europäischen Durchschnitt", erläuterte Preclik die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Serbiens. Getragen wird dieser Aufschwung von Produktionssteigerungen der Industrie, der Bauwirtschaft, verstärktem Handel und von außerordentlich guten Ernteerträgen in der Landwirtschaft. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Bernhard Salzer
Tel.: (++43) 0590 900-4464
Fax: (++43) 0590 900-263
bernhard.salzer@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003