VP-Korosec: Keine Zuverdienstgrenze beim Kindergeld

VP-Feldmann: Wir brauchen wieder Meilensteine in der Frauenpolitik

Wien (VP-Klub) - "In den vielen Jahren, in denen ich als
Politikerin tätig bin, haben sich die Probleme der Frauen kaum verändert. Außer, dass es früher nicht üblich war, dass Frauen Karriere machen, dass Frauen in Positionen kommen, die früher nur von Männern besetz waren. Frauenpolitik heißt aber, Politik für alle Frauen zu machen. Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen den in allen Frauenzeitschriften hochgejubelten Vorzeigekarrierefrauen und der beinharten Realität", sagt heute die ÖVP Wien Sozialsprecherin LAbg. Ingrid Korosec anlässlich der Pressekonferenz zum Internationalen Frauentag am 8. März.

Korosec weiter: "Der Kampf um die Frauenrechte ist noch nicht vorbei. Auf dem Papier gibt es in der westlichen Welt die volle Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, die Praxis lässt allerdings mehr als zu wünschen übrig. Gerecht, ausgewogen und demokratisch sind die Bedingungen für Frauen im Vergleich zu denen der Männer im 21. Jahrhundert bei weitem nicht. Die ÖVP Wien fordert die Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld, Pensionssplitting bei Scheidung ist ein unbedingtes Muss und es ist wirklich unverständlich, wieso das nach wie vor nicht verwirklicht ist. Gleiche Rechte und Pflichten für Frauen und Männer sind gefordert, da ist dringend die Durchforstung aller Gesetze notwendig, Sozialversicherung, Steuerrecht, Pensionsrecht, Arbeitsrecht etc.. Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern müssen radikal abgebaut werden, eine Aufgabe, die die Gewerkschaften schon längst hätten lösen müssen."

Die Situation in Wien ist wenig frauenfreundlich

Die Frauensprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Barbara Feldmann erinnert, dass erst in jüngster Vergangenheit in der Frauenpolitik Meilensteine gesetzt worden sind. "Bis 1977 konnte ein deutscher Ehemann laut Gesetz seiner Ehefrau noch die Berufstätigkeit verbieten, wenn sie seiner Meinung nach die Hausfrauenpflichten vernachlässigte. Erst seit 1994 haben Frauen bei Heirat das Recht, ihren Namen zu behalten. Mir fehlt bei vielen Frauen heute die mangelnde Kampfeslust, wir brauchen wieder Meilensteine in der Frauenpolitik."

"Die SP-Stadtregierung wird noch Einiges für Frauen mit Kindern und Beruf tun müssen. Wir haben in Wien extrem teure Kindergärtenplätze, die Kosten liegen bei ca. 260 Euro pro Monat, gleichzeitig sind die Betreuungszeiten noch lange nicht flexibel genug. Außerdem gibt es in Wien einen massiven Mangel an Betreuung bei den 0- bis 2-jährigen. Während 99% der Bundesschulen Nachmittagsbetreuung anbieten, haben in Wien von 448 Pflichtschulen nur 135 eine ganztägige Betreuung. Frankreich und die Skandinavischen Länder zeichnen sich durch eine viel bessere Vereinbarkeitspolitik aus. Internationale Vergleiche zeigen, dass ein besseres Angebot an Betreuungseinrichtungen nicht nur die Frauenerwerbsquote steigere, sondern auch den Geburtenrückgang mildere. Und dass es bei uns trotzdem Frauen gibt, die Kinder haben und Karriere machen, liegt daran, dass ein ganzes Management unter der Beteiligung von Familienmitgliedern das ermöglicht. Es kann doch wirklich nicht sein, dass wir in einer Großstadt wie Wien keine geeigneten Rahmenbedingungen vorfinden, die auf diese Situation reagiert", so VP-Feldmann abschließend.

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