SPÖ-Frauen und SJ protestieren gegen frauenfeindlichen Zivildienst-Vorstoß der Regierung

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Wien(SK) Mit Plakaten wie "Frauen, die Reserve-Armee?" und "Schüssel: Mein Angebot für die Frauen - Pflegen, Plagen, Putzen für 12 Euro" machten die SPÖ-Frauen und die SJ am Freitag Vormittag vor dem Heldenplatztor auf den frauenfeindlichen Charakter des schwarz-blauen Vorstoßes in Richtung "Frauen zum Zivildienst" aufmerksam. SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer wertete den Vorstoß als "völlig entbehrlich", da er den Frauen, die schon genug freiwilligen Sozialdienst für die Gesellschaft leisten -Stichwort Alten- und Kinderbetreuung - noch zusätzliche Last aufbürde. Stefanie Vasold, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend, stieß in dieselbe Kerbe: "Für junge Frauen hat das freiwillige soziale Jahr überhaupt keine Zukunftsperspektive, da schon jetzt die Perspektive der meisten Frauen in Richtung lebenslangen sozialen Dienst weist." ****

Stadlbauer wertete es als symptomatisch, dass Regierungsvorschläge für Maßnahmen, die Frauen betreffen, frauenfeindlich seien. So auch der Zivildienst-Vorstoß, der in Wirklichkeit darauf abziele, Frauen als "Reserve-Zivildiener" für den - für Männer immer unattraktiver werdenden - Zivildienst heranzuziehen - und damit Lücken im Pflege- und Sozialsystem billig zu schließen. Das Argument, den Frauen die "Chance auf ein soziales Jahr zu eröffnen", empfindet Stadlbauer als "reichlich zynisch", wo die Frauen doch jetzt schon die Hauptlast der Sozial- und Pflegearbeit leisten. Zudem stehe es Frauen schon jetzt frei, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen - ein Recht, von dem etwa hundert Frauen Gebrauch machen.

Anstatt den "Rucksack", den Frauen zu tragen haben, mit weiteren Verpflichtungen zu erschweren, bräuchte es Maßnahmen, die die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen schließen, die eine bessere Aufteilung von Beruf und Kinderbetreuung ermöglichen, und die Frauen in bestimmten, "frauenuntypischen" Bereichen fördern, waren sich Stadlbauer und Vasold einig. Vasold wies außerdem darauf hin, dass das freiwillige soziale Jahr Frauen noch stärker in Berufssparten dränge, die durch geringe Bezahlung, wenig Ansehen und hohe psychische Belastung gekennzeichnet seien. (Schluss) lm

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