Prammer: Frauen kommen in Grassers Budgetrede nicht vor

Wien (SK) "Wiederholte Appelle meinerseits, Geschlechtergerechtigkeit im Plenum endlich ernst zu nehmen und auch sprachlich zu berücksichtigen, sind nicht auf fruchtbaren Boden gefallen", beanstandet die Zweite Nationalratspräsidentin, SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer. "Auch bei Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist mein Hinweis wohl noch nicht angekommen." ****

Trotz der Beteuerungen, "Gender mainstreaming und "Gender budgeting" ernst zu nehmen, sei in der Rede Grassers davon nichts zu bemerken gewesen. "Sprache ist Ausdruck des Denkens. An Frauen und ihre Bedürfnisse hat der Finanzminister demnach bei der Erstellung seines Budgets nicht gedacht, den Ansprüchen von Geschlechter-Gerechtigkeit ist er nicht gerecht geworden", sagte Prammer am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Grasser spricht von "dem Steuerzahler", erwähnt "die Pendler", "die Landwirte", "die Bauern", "die Pensionisten" - die Frauen würden jeweils ausgeklammert. 'Jeder Bürger muss uns gleich viel wert sein', sagt der Finanzminister. Die Bürgerinnen sind es wohl nicht. So bleibt auch die von ihm angesprochene Mitarbeitervorsorge ohne Einbeziehung der Mitarbeiterinnen eine Farce. Wie ein roter Faden zieht sich das Vergessen auf die Frauen durch die Rede des Ministers", kritisiert Prammer.

Trotz wiederkehrender Appelle sei Grassers sechste Budgetrede ebenso wie die vorher gegangenen nicht "gegendert" gewesen. "Schon allein angesichts des internationalen Frauentages am 8. März wäre es angebracht gewesen, Österreicher und Österreicherinnen zumindest sprachlich in gleichem Maße in das Budget einzubeziehen", sagt Prammer. (Schluss) wf/mm

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