Industrie: Life Science-Strategie ist erster Schritt in die richtige Richtung

Rat ortet dringenden Handlungsbedarf im Bereich Biotechnologie - IV-GS Beyrer: Politik kommt Schlüsselfunktion zu, um Life-Science-Standort zu positionieren

Wien (OTS) - Als einen "wichtigen Schritt in die richtige
Richtung" bezeichnete IV-Generalsekretär Mag. Markus Beyrer den heute veröffentlichten Life-Science-Strategieplan des Rates für Forschung und Technologienentwicklung. Die vom Rat vorgelegte Empfehlung versteht sich als Leitfaden zur Stärkung der heimischen Biotechnologie und zeigt im Kontext zur gesamteuropäischen Entwicklung die wichtigsten Handlungsfelder für Österreich in den nächsten Jahren auf. Den Themengebieten Political Leadership, Bewusstseinsbildung, Forschungsförderung, Kapitalmarkt, Aus- und Weiterbildung, rechtliche Rahmenbedingungen und Internationalisierung wird dabei - ganz im Sinne der Industrie - besondere Bedeutung beigemessen und durch Empfehlungen für strukturelle Maßnahmen ergänzt. Die IV begrüßt die Initiative des Rates und zeigt sich zufrieden, dass viele ihrer Anregungen in das Strategiepapier Eingang gefunden haben.

"Kapitalintensive Spitzentechnologien wie die Biotechnologie benötigen zur optimalen Entwicklung langfristig ausgerichtete Konzepte, die aufzeigen, welche Stärken es auszubauen gilt, aber auch welche Schwachstellen und Defizite bestehen und somit Handlungsbedarf signalisieren. Nur wenn alles dafür getan wird, dass bestehende Wachstumsbremsen beseitigt, Anreize für Investitionen und Planungssicherheit geschaffen werden und das Vertrauen in diese Zukunftstechnologie gestärkt wird, wird sich Österreich im internationalen Wettbewerb als Life-Science-Standort positionieren können", so Beyrer. Eine wichtige Schlüsselfunktion schreibt die IV dabei der Politik zu. Neben der Wissenschaft, der Wirtschaft und den Medien komme auch den Politikern die Verantwortung zu, als "Vorreiter" die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie zu kommunizieren und somit Skepsis in der Bevölkerung abzubauen. "Political Leadership" im Bereich der Biotechnologie ist in Österreich jedoch viel zu schwach ausgeprägt - ein Umstand auf den auch die Life Science-Strategie mahnend verweist und die politischen Entscheidungsträger zu mehr Engagement auffordert.

"Es kann auch nicht sein, dass man unter Berufung auf das enorme Potenzial der Biotechnologie auf der einen Seite Biotech-Forschungszentren mit Millionenbeträgen fördert und auf der anderen Seite zögert, den notwendigen gesetzlichen Rahmen für dieses heimische Stärkefeld zu schaffen", stellt Beyrer fest. In diesem Zusammenhang ist die längst überfällige Umsetzung der EU-Biopatent-Richtlinie ein dringliches Anliegen der IV. Österreich droht zum Schlusslicht in Europa zu werden, denn 21 der 25 EU-Mitgliedstaaten haben die Richtlinie bereits umgesetzt und somit Rechtsicherheit im Bereich des geistigen Eigentums garantiert. Beyrer: "Die österreichische Biotechnologie wartet nun schon seit fast 5 Jahren auf die nationale Umsetzung der Richtlinie und somit auf die Absicherung von Investitionen, Arbeitsplätzen und Innovationen im Bereich der Medizin. Das war Zeit genug, um unsere Konkurrenten im Standortwettbewerb aufholen und sogar an uns vorbeiziehen zu lassen. Es wird endlich Zeit, dass auch wir den Innovationsmotor Biotechnologie durchstarten lassen. Der Treibstoff dafür ist Rechtsicherheit!"

Als entscheidend stuft die IV die vom Rat bereits angekündigte weitere Konkretisierung der Life-Science-Strategie ein." Die vorliegende Empfehlung stellt ein wertvolles Grundgerüst dar. Nur durch die Auflistung konkreter Maßnahmen, realistischer und überprüfbarer Zielsetzungen und definierter Zuständigkeiten kann aber erreicht werden, dass die Strategie tatsächlich zur Umsetzung gelangt und zu einer Belebung der heimischen Biotechnologie führt", schließt Beyrer.

Österreichische Unternehmen befinden sich im internationalen Spitzenfeld bei der Entwicklung von Impfstoffen und neuen pharmazeutischen Wirkstoffen gegen lebensbedrohende Krankheiten. Sie stellen damit nachhaltig die bestmögliche medizinische Versorgung in Österreich sicher. Derzeit sind in Österreich an die 100 Unternehmen und rund 170 Forschungsinstitute in diesem Bereich tätig und beschäftigen mehr als 10.000 MitarbeiterInnen. Österreichs Biotechnologie erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro bei laufende Forschungsaufwendungen von 370 Millionen Euro und zusätzlichen 110 Millionen Euro für Investitionen.

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