Wirtschaftskammer warnt vor Verzögerung der EU-Integration Kroatiens

Rasche EU-Integration Kroatiens ist aus wirtschaftlichen wie aus stabilitätspolitischen Gründen wichtig

Wien (PWK147) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hofft, dass der Fahrplan für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien doch noch eingehalten werden kann. Die Gespräche des kroatischen Präsidenten Stipe Mesic mit EU-Spitzenvertretern, die am gestrigen Dienstag in der Kommission begonnen haben und heute im Rat fortgesetzt werden, seien ein Zeichen dafür, dass die EU ihre Ankündigung ernst nehme, am 17. März konkrete Verhandlungen aufzunehmen. Nun müsse auch Kroatien seinen Teil für eine pünktliche Umsetzung des Beitrittsfahrplans leisten, sagte Christian Mandl, Leiter der EU-Stabsabteilung der Wirtschaftskammer Österreich. Dass Mesic gegenüber EU-Kommissionschef José Manuel Barroso ausdrücklich seine grundsätzliche Bereitschaft zur Auslieferung des früheren Generals Gotovina erklärt hat, sei ein wichtiges Signal.

"Klar ist: Sollten die Verhandlungen um mehr als einige wenige Monate verzögert werden, ist das angepeilte Beitrittsdatum 2009 nicht mehr zu halten. Das wäre sowohl für die EU und damit die österreichische Wirtschaft als auch für Kroatien ein großer Schaden", so Mandl. "Um so mehr, als Kroatien - zum Beispiel im Vergleich zum Nachbarland Slowenien - ohnehin schon viel Zeit verloren hat."

Die österreichische Wirtschaft setzt sich seit langem und nachdrücklich für eine rasche Integration Kroatiens in die EU ein, nicht zuletzt da sich dieses Land für die österreichischen Unternehmen zu einem wichtigen und engen Wirtschaftspartner entwickelt hat. Sowohl die Exporte als auch die Importe legen seit Jahren kontinuierlich zu. Im Vorjahr sind die Ausfuhren nach Kroatien um 18 Prozent auf 1.218 Mio Euro gestiegen, die Einfuhren um 45 Prozent auf 584 Mio Euro. Der sich daraus ergebende Handelsbilanzüberschuss von 634 Mio Euro zählt zu den höchsten, die Österreich weltweit erzielt.

Mit Investitionen von ca. 2,7 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von rund 26 Prozent an den Gesamtinvestitionen seit 1993 konnte sich Österreich zudem - noch vor Deutschland, den USA, Ungarn und Italien - als größter Auslandsinvestor positionieren. "Da die österreichischen Unternehmen in nahezu allen Sektoren präsent sind, kann Kroatien als ‚erweiterter Heimmarkt’ bearbeitet werden", sagte Mandl. 2005 sollte sich der Aufwärtstrend der österreichischen Investitionen fortsetzen, wobei besondere Akzente im Tourismus, im Immobiliendevelopment und bei den "green-field"-Investitionen zu erwarten
sind.

Die Aufnahme von Beitrittsgesprächen zwischen der EU und Kroatien ist aus Sicht der Wirtschaftskammer Österreich jedoch nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen wichtig. Dadurch würde auch ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Stabilität in dieser Region zu festigen. (SR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
EU-Büro
Sabine Radl
Tel.: 0032474472594
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002