Drei Ö1-Sendungen zum 75. Geburtstag des österreichischen Schriftstellers Andreas Okopenko

Wien (OTS) - Am 15. März begeht der österreichische Schriftsteller Andreas Okopenko seinen 75. Geburtstag. Österreich 1 gratuliert mit drei Sendungen: "Tonspuren" (4., 6.3.), "Nachtbilder" (11.3.) und "Hörspiel-Studio" (15.3.)

"In Wahrheit ist es so ..." lautet der Titel des von Gerhard Moser und Robert Weichinger gestalteten Porträts in den "Tonspuren" am Freitag, den 4. März um 22.15 Uhr in Ö1 (Wiederholung: Sonntag, 6. März, 21.15 Uhr). "Okopenko ist einer unserer bedeutendsten Dichter, und die Stille um ihn ist gleichzeitig seine Gloriole." Mit diesen Worten hat Friederike Mayröcker den Stellenwert des Autors innerhalb der österreichischen Literatur benannt. Andreas Okopenko, Jahrgang 1930, hat schon in frühen Jahren mit erlebnishaft geprägten, geradezu naturwissenschaftlich-genauen Gedichten für Aufsehen gesorgt. Der junge Okopenko ist ein engagierter Zeitgenosse, der im trüben Kulturklima der 50er Jahre etwas bewegen will. Zusammen mit H. C. Artmann begründet er die literarische Sektion im Art-Club. 1951 bringt er die Anthologie "publikationen einer wiener gruppe junger autoren" heraus, darin finden sich Beiträge von H. C. Artmann, Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch und Friederike Mayröcker. Dass er auch ausgesprochen witzig sein kann, beweist Okopenko mit seinen "Lockergedichten" und für die allererste Austro-Pop-Band überhaupt, "The Worried Men Skiffle Group", hat Okopenko Songs geschrieben; für eine Schuhfirma hat er dereinst einen Werbetext geschaffen. Sein Hauptwerk legt der vielseitige Dichter 1970 vor: Der "Lexikon-Roman" gilt als österreichischer Avantgardeklassiker. Mit Büchern wie "Meteoriten" und "Kindernazi" setzt er sein avanciertes Schreibverfahren auf einer politisch-biografischen Ebene um. "Keiner weiß so recht, woran Okopenko gerade arbeitet. Er hält sich diesbezüglich wie selten einer bedeckt", hat der Autor Otto Breicha einmal über den "leisen Andreas Okopenko" "stoßgeseufzt".

In "Nachtbilder - Poesie und Musik" am Freitag, den 11. März ab 00.08 Uhr lautet das Thema "Streichelchaos". Nikolaus Scholz präsentiert "Spontangedichte" von Andreas Okopenko (Ritterbooks 2003). Wenn die Rede auf Spontangedichte kommt, denken nicht wenige an öffentlich vorgetragene, oft spontan improvisierte Gedichte im Lyrikzelt oder beim Wettlesen. Allerdings gibt es in der jüngeren österreichischen Literatur ein ausgesprochen heftiges Bekenntnis zu diesem Genre: Man denke an Ernst Jandls "stanzen" (meist rasch niedergeschriebene Spontangedichte), an Gerhard Rühms "leselieder" oder "spontangedichte auf notenpapier", oder an Friederike Mayröcker, die manche ihrer Zeichnungen als "Spontangedichte" oder "Kritzeleien" bezeichnete. Okopenko ist diesbezüglich zweifellos ein Gewohnheitstäter, nahm er doch ebenso kontinuierlich wie freudig zu diesem Genre Stellung, mittels der ihm eigenen Spontangedicht-Variante der "Lockergedichte" - Gedichte, die ihm plötzlich, ohne Vorarbeiten, eingefallen sind: "Der Leser möge sie so in sein Leben einfügen, wie sie ihm gerade hineinpassen".

Im "Hörspiel-Studio" am Dienstag, den 15. März ab 20.31 Uhr steht Okopenkos Stück "Das Mädchen vom Mount Palomar" auf dem Programm von Ö1. Das Hörspiel zeigt, dass "wahre Liebe" zwischen zwei Menschen selbst durch galaktische Entfernungen nicht unterbunden werden kann. Es wirken mit: Erika Mottl, Bernt Burchart, Rudolf Rösner, Michael Toost, Peter Gruber, Gaby Banschenbach, Walter Benn und Michael Herbe; Regie: Alfred Treiber. Mehr Informationen zum Programm von Ö1 sind abrufbar unter http://oe1.ORF.at (ih)

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