HGPD-Kaske: "Tourismusbeschäftigte sind bestraft genug"

Gewerkschaft HGPD wehrt sich gegen Angriffe des Wirtschaftsministers

Wien (HGPD/ÖGB) - "Ich finde es unglaublich, dass Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein im Vorfeld des Arbeitsmarktgipfels die Tourismuswirtschaft und deren ArbeitnehmerInnen gleich pauschal auf die Anklagebank setzen wollte", empörte sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) heute, Mittwoch, im Rahmen einer Pressekonferenz. Bartenstein hatte gemeinsam mit Bernhard Felderer, dem Chef des Institutes für Höhere Studien angeregt, dass Bauwirtschaft und Tourismus wegen der kurzen Saisonen höhere Sozialversicherungsbeitrage zahlen sollten. Kaske dazu: "Minister Bartenstein, Sie sind auch Tourismusminister! Unterstützen Sie uns anstatt uns anzugreifen." ++++

Derzeit trage der Tourismus indirekt gut 19 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, 500.000 ArbeitnehmerInnen finden in der Branche Beschäftigung. "Allerdings sind die Leute im Durchschnitt sieben Monate, oft auch noch viel kürzer beschäftigt", erklärte Kaske: "Österreich ist nun einmal ein Saisonland - da wird es auch Minister Bartenstein nur schwer gelingen, aus der Mehrheit der Betriebe Ganzjahresbetriebe zu machen. Den KollegInnen im Tourismus macht es wenig Spaß Monate lang mit 55 Prozent Ersatzrate aus der Arbeitslosenversicherung stempeln zu gehen. Auf eine offene Stelle kommen zehn Arbeitslose. Herr Minister, woher sollen denn die Leute die Jobs nehmen?"

Abschließend forderte der Tourismusgewerkschafter vom Wirtschafts-und Arbeitsminister Lösungsvorschläge zu Fragen wie z.B. den unterschiedlichen Mehrwertsteuersatz im europäischen Tourismus, eine internationale Ferienordnung oder touristische Konzepte für Österreichs EU-Präsidentschaft 2006. Kaskes Schlussappell: "Helfen und unterstützen Sie die Tourismusbeschäftigten, anstatt mit dem Finger auf sie zu zeigen - z.B. durch Qualifikationsmaßnahmen durch das AMS während der Arbeitslosigkeit." (kk)

ÖGB, 2. März
2005
Nr. 130

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