AK Studie zeigt: In Österreichs Wirtschaft haben die Männer das Sagen - von Gender Mainstreaming keine Spur

In 379 Unternehmen nur 24 Frauen in Top-Positionen, ähnlich "mittelalterlich" verteilt sind auch die Mandate im Aufsichtsrat

Wien (OTS) - Geschäftsführung und Aufsichtsrat von österreichischen Unternehmen sind fest in Männerhand. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der AK von 379 Kapitalgesellschaften mit Aufsichtsrat: Von 829 GeschäftsführerInnen/Vorständen waren gerade einmal 24 Frauen - das sind 2,9 Prozent. "Eine Frau in der Geschäftsführung ist in Österreich die absolute Ausnahme", sagt Auri Hornung-Novacek, Betriebswirtschafts-Expertin der AK Wien, "das Sagen in Österreichs Unternehmen haben ganz klar die Männer." Ähnlich "mittelalterlich" wie die Geschäftsführung sind auch die Mandate im Aufsichtsrat verteilt: Von 2.859 Aufsichtsratsmandaten sind nur 216 mit Frauen besetzt - das sind 7,6 Prozent. "Die Folgen für die Arbeitnehmerinnen sind klar", sagt Hornung-Novacek, "wenn Geschäftsführung und Aufsichtsrat fast nur von Männern besetzt werden, heißt das, dass die Interessen der beschäftigten Frauen bei den wichtigen strategischen Unternehmensentscheidungen zu wenig berücksichtigt werden." Die AK fordert die Vertreter der Wirtschaft daher auf, Aspekte des Gender Mainstreaming auch in die Unternehmensorgane zu tragen.

Frauen in der Geschäftsführung sind die Ausnahme
Frauen sind in den Führungsetagen österreichischer Unternehmen nur mit der Lupe zu finden: Nur 24 Frauen - das sind 2,9 Prozent -erreichten eine Spitzenposition in 22 der untersuchten 379 Unternehmen. Anders ausgedrückt: In 357 Unternehmen - das sind 94,2 Prozent - gibt es keine Top-Managerinnen.

Positive Ausnahmen: Diese Unternehmen sind "in Frauenhand"
In elf untersuchten Unternehmen ist zumindest jede zweite Position in der Geschäftsführung mit einer Frau besetzt. In vier Unternehmen haben ausschließlich Frauen das Sagen: Österreichische Nationalbibliothek, ÖBB-Personenverkehr AG, Roche Diagnostics GmbH, DIW Instandhaltung GmbH.

Unternehmen GeschäftsführerInnen Frauenanteil Österr. Nationalbibliothek 1 100% ÖBB Personenverkehr AG 1 100% Roche Diagnostics GmbH 1 100% DIW Instandhaltung GmbH 2 100% Birgl&Bergmeister Papierfabrik GmbH 2 50% Bundesanstalt Statistik Österreich 2 50% H&M Hennes u Mauritz GmbH 2 50% Ottakringer Brauerei AG 2 50% Salzburger Aluminium AG 4 50% Volkstheater GmbH 2 50% Würth Hochenburger GmbH 2 50%

Aufsichtsratsmandate "mittelalterlich" verteilt
Mittelalterlich sind auch die Mandate im Aufsichtsrat verteilt - von Gender Mainstreaming kann auch dort keine Rede sein. Von 2.859 Aufsichtsratsmandaten waren nur 216 Mandate mit Frauen besetzt - das sind bescheidene 7,6 Prozent. Noch schlechter schneiden die Frauen ab, wenn nur die Kapitalvertreter untersucht werden: hier beträgt der Frauenanteil nur 5,1 Prozent. Bei den ArbeitnehmervertreterInnen liegt der Anteil immerhin doppelt so hoch bei 12,2 Prozent. Im Vergleich zu einer Parallel-Untersuchung der AK aus dem Jahr 2004 ist der Anteil der weiblichen Kapitalvertreterinnen sogar rückläufig (Vorjahresanteil: 5,3 Prozent), während er bei den ArbeitnehmervertreterInnen ansteigt (Vorjahresanteil: 11,6 Prozent).

AK Service: Die Untersuchung der Abteilung Betriebswirtschaft der Arbeiterkammer Wien finden Sie im Volltext auf www.arbeiterkammer.at

Hinweis: Die Frage, ob Frau sein einen Unterschied macht bei der Unternehmensführung und ob es einen weiblichen Führungsstil gibt, steht heute abend im Mittelpunkt einer AK Veranstaltung. Zum Thema "Frauen an der Spitze" diskutieren im Vorfeld des Internationalen Frauentages fünf Frauen aus den unterschiedlichsten Top-Positionen, wie Johanna Rachinger oder Wilhelmine Goldmann und ein Mann (Klaus Woltron).

Frauen an der Spitze. Eine andere Managementqualität?
Mittwoch, 2. März 2005, 17.30 Uhr (bis ca 19.30 Uhr)
BAWAG Veranstaltungszentrum Hochholzerhof
Seitzergasse 2-4, 1. Stock
1010 Wien

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