Kärntner Heimverordnung bedeutet Meilenstein für pflegebedürftige ältere Menschen

Schaunig: "In Kärnten kann man beruhigt älter werden!"

Klagenfurt (SP-KTN) - In der heutigen Regierungssitzung wurde ein Meilenstein für pflegebedürftige ältere Kärntner und Kärntnerinnen gesetzt: Das Kärntner Heimgesetz ist beschlossen worden", freut sich Soziallandesrätin Gaby Schaunig. "Der ÖVP scheint die Betreuungsqualität der HeimbewohnerInnen und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen im extramuralen Bereich allerdings egal zu sein", wundert sich Schaunig. "Nur so ist es zu erklären, dass Landesrat Martinz bei diesem so wichtigen Tagesordnungspunkt dagegen gestimmt hat".

Die Heimverordnung legt die Anforderungen an Pflegeheime in qualitativer Hinsicht im Detail fest. Dies betrifft sowohl den baulichen als auch den personellen Bereich.

"Bis dato hatten wir das Problem, dass viele Bestimmungen im Heimgesetz nicht präzise genug gewesen sind", so Schaunig. Die vorliegende Heimverordnung trägt allen Erfordernissen einer zukunftsgerichteten und qualitativ hochwertigen Pflegebetreuung für die ältere Generation Rechnung. Die pflegerischen Standards wurden unter der Leitung der Sachverständigen des Landes für den Pflegebereich gemeinsam mit Pflegedienstleitungen aus Kärntner Heimeinrichtungen erstellt und orientieren sich an den Erfordernissen der täglichen Praxis.

Zum Beispiel müssen Standorte für Heime so gewählt werden, dass die BewohnerInnen am Leben der Gemeinschaft teilnehmen können. Für Seniorenwohnheime und für Pflegeheime sind mindestens 80 % Einzelzimmer vorzusehen. Weiters sind Wohnheime und Pflegeheime nach dem Kriterium der Überschaubarkeit zu errichten und in familiäre Strukturen zu gliedern. Pflegeheime sind für höchstens 50 BewohnerInnen vorzusehen und in Pflegeeinheiten für höchstens 20 - 25 BewohnerInnen zu untergliedern. Für demenzerkrankte BewohnerInnen sind Einheiten von maximal 12 BewohnerInnen zulässig.

Es müssen außerdem Gemeinschaftsräume für Rehabilitation, Besucher, Gymnastik, Veranstaltungen und pro Etage eine Teeküche eingerichtet werden. Den BewohnerInnen muss ein breit gefächertes Angebot an Dienstleistungen zur Aktivierung und Förderung, wie z.B. Gedächtnistraining, Seniorentanz, Gymnastik, Ausflüge und Veranstaltungen angeboten werden.

Die Betreuung und Pflege hat auf Grundlage der Bezugspflege zu erfolgen. In Pflegeheimen ist schrittweise bis 1.7.2007 für je 2,5 BewohnerInnen eine Betreuungsperson vorzusehen. Mindestens 30 % der Betreuungspersonen haben DGKS/P zu sein, die verbleibenden Betreuungspersonen müssen die Qualifikation zur Pflegehilfe aufweisen, davon max. 10 % in Ausbildung. Im Nachtdienst in Pflegeheimen muss mindestens eine DGKS/P und einer Pflegehilfe im Dienst sein. Für Wohnheime sind für mindestens 12 BewohnerInnen 2 Betreuungspersonen vorzusehen, für jede weiteren angefangenen 12 eine zusätzliche Person, mindestens zwei Betreuungspersonen haben die Qualifikation zur DGKS/P aufzuweisen.

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