...ein ärztlicher Kunstfehler

Prof. Kunze über die Gefährlichkeit der Grippe, ihre Unterschätzung, ärztliche Kunstfehler und die Pandemie

Wien (OTS) - Der Sozialmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze
warnt erneut eindringlich davor, die Influenza, also die "echte" Grippe, zu unterschätzen. In Österreich sind derzeit zehntausende Menschen daran erkrankt. Kunze weist auf die Gefährlichkeit der Grippe hin.

O.T. Kunze: "Es sind viele, viele Menschen schwer krank gewesen und auch etliche gestorben, die nicht hätten sterben müssen... . Es liegt daran, dass die ÖsterreicherInnen die Influenza noch immer nicht ernst nehmen. Man hat sozusagen 'a Gripp' und vergisst immer, dass die echte Influenza eine tödlich verlaufende Erkrankung sein kann."

Einziges Grippemedikament muss jetzt eingesetzt werden
Wenn sich Symptome wie plötzlich auftretende Gliederschmerzen, hohes Fieber und Schüttelfrost zeigen, dann sollte man sofort den Arzt kontaktieren. Und der soll dann - laut Kunze - auch nicht zögern, das einzige wirksame Medikament zu verschreiben:

O.T.: "Wenn es ein Medikament gibt, das das Grippe-Virus direkt angreift und dessen Vermehrung direkt hemmt - und das tut das Oseltamivir (Tamiflu) -, dann muss ich das einsetzen...Heute einem Influenza-Patienten am Anfang der Krankheit dieses Medikament nicht zu geben, entspricht nicht der ärztlichen Kunst, ist ein Kunstfehler," findet Kunze klare Worte.

Gefahr einer Pandemie bereits sehr groß

Laut Kunze befinden wir uns mitten in der Grippe-Epidemie - die große Gefahr einer Pandemie, also einer weltweiten Ausbreitung eines neuen Virus, gegen den auch die Grippeimpfung keinen Schutz bieten kann, ist aber ebenfalls gegeben. O.T.: "Alle Experten dieser Welt sagen, sie (die Pandemie, Anm. d. Verf.) kommt. Wir wissen nur nicht, wann. Aber - wir haben gerade heute wieder die Warnung der Weltgesundheitsorganisation bekommen - wir waren noch nie so nah dran an der katastrophalen Influenza. Weil in Asien das Vogelgrippe-Virus unterwegs ist - ein ungeheuer gefährliches Virus, das sieben von zehn Menschen tötet, die es bekommen. Wenn sich das Virus verändert oder mit einem anderen Virus vereinigt, dann stehen wir vor der größten anzunehmenden Katastrophe."

Der dafür von den heimischen Experten erarbeitete Pandemie-Krisenplan für Österreich ist fertig. Kunze fordert die Politik auf, endlich zu handeln und die entsprechende Vorsorge zu ermöglichen: "Die Politiker müssen das Geld, das wir brauchen, zur Verfügung stellen." Der Pandemieplan soll übrigens in ca. vier Wochen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Das Interview mit Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze wurde von wienweb.at geführt. Der Web-TV-Beitrag kann auf folgender Site heruntergeladen werden: http://www.wienweb.at/webtvold/w24_240205.rm Zum Ansehen:
http://www.wienweb.at/content.aspx?id=81200&cat=22&channel=2

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