ÖAMTC mit Österreichs Unfallforschung unzufrieden

Unfalldatenmanagement ist die Basis für lösungsorientierte Verkehrssicherheitsarbeit

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Unfallursachenforschung ist die Grundlage für unsere Arbeit in der Verkehrssicherheit. Leider führen die Statistiken die wirklichen Gründe für Unfälle nicht an", umreißt ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte Roman Michalek die derzeit schwierige Situation. Der ÖAMTC bemüht sich seit Jahren um einheitliche Kriterien bei der Unfallaufnahme und ein europaweit abgestimmtes Unfalldatenmanagement.

Die Basis der derzeitigen Unfallstatistik der Statistik Austria ist das Unfalldatenblatt, das der Beamte vor Ort ausfüllen muss. Mit dem Datenblatt werden Unfalltyp und Unfallauswirkungen erfasst. Mit diesen Angaben kann man Kriterien wie beispielsweise örtliche und zeitliche Unfallhäufungen auswerten. Nicht erfasst ist allerdings, warum der Unfall tatsächlich passiert ist. "Zum Beispiel weiß man, dass es geschneit hat und der Autofahrer von der Fahrbahn abgekommen ist. Ob er zu schnell unterwegs, abgelenkt oder übermüdet war, darüber kann man nur mutmaßen", sagt Michalek zu den Schwächen des Systems. Das führt auch oft zu voreiligen und im Ergebnis falschen Behauptungen über die "Hauptunfallursache".

Wünschenswert ist für den Club ein flexibles Unfalldatenmanagement, das eine effiziente Unfallursachenforschung und zielgerichtete Verkehrssicherheitsarbeit möglich macht. "Die Daten müssen bei der Unfall-Aufnahme detaillierter erhoben und dann auch statistisch erfasst werden", so Michalek. Gleichzeitig müssen spätere Erkenntnisse aus Sachverständigengutachten in Gerichtsverfahren als Ergänzungen nachgetragen werden. Mittelfristig muss es zu einem europaweit einheitlichen System kommen, damit internationale Statistiken auch wirklich vergleichbar werden. Die schon mehrmals vom Verkehrsminister vorgeschlagene "Verkehrssicherheitsagentur" wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung eines zumindest bundesweit einheitlichen Vorgehens. "Nur dann kann man gezielte Maßnahmen setzen und nicht nur Forderungen aufstellen, die zwar plakativ, aber nicht lösungsorientiert sind", sagt der ÖAMTC-Experte.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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