GdC-Beck: Auf Pensionsraub folgt Lohnraub!

IV will 1 Milliarde Euro aus den Taschen der Beschäftigten in die Tresore der Aktionäre transferieren

Wien (GdC/ÖGB) - "IV-Präsident Veit Sorger und WK-Chef Christoph Leitl lassen ihre 'Sozialpartnermaske' fallen und wollen unter dem Titel Flexibilisierung der Arbeitszeit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr als 110 Millionen Überstunden nicht mehr bezahlen", kritisiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC), Wilhelm Beck. Es ginge ihnen nicht um flexible Arbeitszeitregelungen in den Kollektivverträgen, denn davon gibt es heute schon viel mehr (178), als tatsächlich angewendet werden. "Es geht nur darum, mehr als eine Milliarde Euro aus den Taschen der Beschäftigten in die in die Tresore der Aktionäre zu transferieren", so Beck.

Auch Beispiele aus der Papierindustrie, deren Arbeitsbedingungen Sorger seit vielen Jahren als Kollektivvertragsverhandler persönlich mitgestaltet hat, gehen ins Leere. Denn seit beinahe zwei Jahrzehnten produziert die Papierindustrie mit einer 36-Stunden-Woche. Sie gehört gerade deswegen zu den produktivsten, profitabelsten und wettbewerbsfähigsten Branchen Österreichs und hat den Aufstieg Sorgers zum Präsidenten der Industriellenvereinigung überhaupt erst ermöglicht.

Wenn die obersten Vertreter der Wirtschaft nun eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes und der Kollektivverträge fordern, um ihre "Schäfchen ins Trockene zu bringen", dann sollten sie auch wissen, dass sie damit den letzten Rest der noch vorhandenen Sozialpartnerschaft über Bord werfen und ein allfälliger Arbeitskampf in ihren Betrieben stattfinden wird. Darauf zu hoffen, dass sich Mitarbeiter widerspruchslos eine Reduzierung ihres Einkommens um ein bis zwei Monatslöhne jährlich gefallen lassen, ist mehr als fahrlässig. Die Gewerkschaft der Chemiearbeiter, die bereits im Vorjahr bewiesen hat, dass Streik keine leere Drohung ist, wird in dieser Auseinandersetzung sicher auf der Seite der Betroffenen stehen. Die Herren Sorger und Leitl sollten vor lauter Profilierungssucht nicht darauf vergessen, dass der soziale Friede in Österreich zu unseren wichtigsten Wettbewerbsvorteilen gehört", erinnert der GdC-Vorsitzende abschließend.

ÖGB, 26. Februar 2005 Nr. 118

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002