ÖGB-Ledwinka: Flexibilisierung des Kindergeldes notwendig

Derzeitiges Modell "Umverteilung in die falsche Richtung"

Wien (ÖGB) - "Das Kinderbetreuungsgeld kommt vor allem bestimmten Kindern zugute: denen der Selbständigen", kritisiert ÖGB-Bundesfrauensekretärin Sylvia Ledwinka die Tatsache, dass das Kinderbetreuungsgeld von selbständigen Vätern sieben mal häufiger in Anspruch genommen wird als von Unselbständigen. Finanziert werde das Kinderbetreuungsgeld aber vor allem aus Mitteln der ArbeitnehmerInnen. "Das ist eine massive Umverteilung in die falsche Richtung, nämlich zugunsten der Selbständigen und Unternehmer", sagt Ledwinka und fordert flexiblere Bestimmungen zur Inanspruchnahme des Kindergeldes, damit sich künftig auch unselbständig arbeitende Väter vermehrt bei der Betreuung ihrer Kinder engagieren.++++

Nur jeder 20. Arbeiter oder Angestellte beansprucht das Kindergeld im letzten Halbjahr vor dem dritten Geburtstag des Kindes. Der Grund:
"Die Väter sind auf das Einverständnis der Arbeitgeber angewiesen, wenn sie ihren Arbeitsplatz nicht verlieren wollen", so die ÖGB-Bundesfrauensekretärin. Ledwinka fordert, dass der für drei Jahre vorgesehene Gesamtbetrag auch auf zwei Jahre konzentriert ausbezahlt werden kann. Dadurch würden auch die Väter unter den gesetzlichen Kündigungsschutz fallen, sie müssten für das Kindergeld nicht mehr ihren Job riskieren. Durch den monatlich höheren Betrag könnten es sich die Familien eher leisten, dass der oft besser verdienende Vater ein halbes Jahr die Kinderbetreuung übernimmt.

Unselbständige können ihr Einkommen nicht so leicht steuern wie Selbständige. Deshalb fordert der ÖGB eine Wahlmöglichkeit zwischen der derzeit bestehenden finanziellen Zuverdienstgrenze zum Kinderbetreuungsgeld und einer neu zu schaffenden zeitlichen Begrenzung: "Die Kinderbetreuungsgeld-BezieherInnen sollen bis zu drei Fünftel der Normalarbeitszeit arbeiten dürfen, egal wie viel sie dabei verdienen", so Ledwinka. Denn sonst wird der Beitrag der immer noch besser verdienenden Männer zur Kinderbetreuung nie signifikant steigen.(fk)

ÖGB, 26. Februar 2005 Nr. 117

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