Heinisch-Hosek: Zivildienst für Frauen als erster Schritt zum verpflichtenden Wehrdienst für Frauen?

Regierung hat ein weites Betätigungsfeld, die wirklich dringlichen Anliegen der Frauen zu lösen

Wien (SK) Entschieden lehnte die SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek die von der Regierung geplante Möglichkeit eines Zivildienstes für Frauen ab. "Was soll das bringen? Schon jetzt können Frauen ein freiwilliges Sozialjahr absolvieren. Eine Eingliederung in den Zivildienst und damit in den Wehrersatzdienst kann ja nur den einen Grund haben, Frauen schleichend auf die allgemeine Wehrpflicht vorzubereiten. Wenn die Regierung das will, soll sie es offen sagen", so Heinisch-Hosek am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Fraglos hat die Regierung ein weites Betätigungsfeld, die wirklich dringlichen Probleme der Frauen zu lösen; diese 'Möglichkeit Zivildienst' jedenfalls mit dem Feigenblatt 'Freiwilligkeit' kann nur allzu schnell zu einer Verpflichtung werden und bringt den Frauen gar nichts." ****

In Wahrheit müssen die Beschäftigungsverhältnisse und die Einkommenssituation von Frauen dringend verbessert werden, so Heinisch-Hosek. Leider liege immer noch ein Großteil der unbezahlten Arbeit in Frauenhand. Sowohl die Unterstützung und Betreuung älterer Menschen sowie die Versorgungsarbeit in der Familie wird zu einem überwiegenden Teil von Frauen geleistet. 70 Prozent der Haushaltsproduktion wird immer noch von Frauen erbracht, bei der bezahlten Erwerbsarbeit lautet das Verhältnis 35 Prozent zu 65 Prozent zugunsten der Männer. Der Anteil an Frauen bei den geringfügig Beschäftigten liegt über 70 Prozent. "So lange die familiäre, gesellschaftliche und berufliche Gleichstellung von Frauen nicht gegeben ist, ist es völlig inakzeptabel, von Frauen einen Zivil- oder Wehrdienst zu verlangen oder auch nur Vorbereitungen in diese Richtung zu treffen", so Heinisch-Hosek abschließend. (Schluss) up

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