Rack: Flammender Appell für sorgfältigen Umgang mit Natura 2000

Scharfe Kritik an Vorgangsweise der Kommission

Straßburg, 23. Februar 2005 (ÖVP-PD) "Europas ehrgeizigstes Naturschutzprogramm, Natura 2000, ist nicht allein deshalb in Gefahr, weil die Finanzierung ab 2007 nicht klargestellt ist. Das drohende Desaster ist noch größer: Vor Ort wächst die Unsicherheit darüber dramatisch, was es wirklich für Folgen hat, als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen zu sein", sagte heute, Mittwoch, der steirische Europaparlamentarier Univ. Prof. Reinhard Rack in Straßburg. Anlässlich einer dringlichen Anfrage an die Kommission betreffend die Finanzierung des EU-Naturschutzprogramms in der nächsten Finanziellen Vorausschau der Union stellte Rack eines vollkommen klar: "Natura 2000 darf nicht zu Lasten der Bauern erfolgen und schon gar nicht ausschließlich. Sonst kommt es zu einer mehr oder weniger kalten Enteignung der Eigentümer der Liegenschaften." ****

Auf Grund der schleppenden und unklaren Gebietsausweisungen stagnieren die Infrastruktur und die Wirtschaftsentwicklung in weiten Teilen der Union. "Die Kommission vermeldet stolz 17 Prozent der europäischen Gesamtfläche als Natura 2000-Gebiete. Durch die bestehenden Unsicherheiten bei den Gebietsausweisungen sind in großen Teilen des ländlichen Raums sinnvolle und mit der Natur des ländlichen Raums vereinbare Investitionsprogramme allerdings nicht möglich", so Rack. "Natura 2000 soll eigentlich zum guten Ruf der EU beitragen, als ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Union nicht nur eine Wirtschaftsunion, sondern auch eine Umweltunion sein will. Wenn die Kommission so weiterschludert, verkehrt sich das aber sehr rasch ins Gegenteil", kritisierte der steirische Europaparlamentarier.

Rack ortet die Probleme insbesondere in den bürokratischen Vorgangsweisen vor allem im Bereich der Kommission. "Es ist nicht zu tolerieren, dass sich schlussendlich niemand mehr auskennt. Die Kommission sagt: Weist alles aus, über das Geld wissen wir noch nichts Genaues, das sehen wir später. Und wenn keine Gebiete ausgewiesen werden sollten, droht der zuständige Kommissar mit dem Gang vor den Europäischen Gerichtshof. So ist das kein Umweltprogramm, sondern ein Bürgerverärgerungsprogramm", sagte Rack abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

MEP Univ.Prof. Dr. Reinhard RACK, Tel.: 0032-2-284-5773
(rrack@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 (pschulmeister@europarl.eu.int)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0003