Gegen Rauchverbote, für Jugendschutz:Trafikanten zeigen Zähne, aber auch Verantwortung

Informationsinitiative der Trafikanten mit rund 350.000 Unterschriften - Trinkl: "Gegen amerikanische Verhältnisse" - Klares Bekenntnis zum Jugendschutz

Wien (PWK130) - "Als Volksbegehren betrachtet, läge die Informationsinitiative der heimischen Trafikakanten mit rund 350.000 Unterschriften auf Platz 16 von insgesamt 32 Volksbegehren", freut sich Peter Trinkl, Obmann des Bundesgremiums Tabaktrafikanten der Wirtschaftskammer Österreich und damit oberster Repräsentant der Branche. "Mit ihrer Unterschrift haben sich mehr als 350.000 Österreicherinnen und Österreicher gegen das neue Tabakgesetz und damit gegen weit reichende Rauchverbote, die mit 1. 1. 2005 in Kraft getreten sind, ausgesprochen." Seit Anfang des Jahres ist das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Räumen verboten, dazu zählen Geschäfte, Einkaufszentren, Büroräume mit Kundenverkehr, sämtliche Verkehrsreinrichtungen, etc. In all diesen Räumlichkeiten sind klar ersichtlich Rauchverbotshinweise anzubringen. Wer die Tafeln nicht aufhängt, kann ab 1. Jänner 2007 mit bis zu 720 Euro Geldstrafe belegt werden.

"Die Trafikanten haben ihren Kunden mit der Unterschriftenaktion, die seit Dezember 2004 gelaufen ist, eine Stimme gegeben. Unterschriftslisten wurden dankenswerter Weise aber auch in anderen Branchen aufgelegt. Da sind noch Listen ausständig, daher dürfte es noch mehr Unterschriften gegen die Bevormundung geben", so Trinkl. Die Tabaktrafikanten sehen daher das Ergebnis als Auftrag der Kunden, gegen weitere Verschärfungen für Raucher wie z.B. Schockbilder auf Zigarettenpackungen aufzutreten. "Wir werden uns gegen amerikanische Verhältnisse, die nicht zur österreichischen Kultur passen, wehren", so der Branchenvertreter der Tabaktrafikanten kämpferisch. Auch Klaus Fischer, Präsident des Verbandes der Cigarren- und Pfeifenfachhändler Österreichs <www.vcpoe.at>, sprach sich vor der zahlreich anwesenden Presse "gegen die Bevormundung der Raucher und gegen die Einschränkung demokratischer Grundrechte" aus.

"Erwachsene sollen selbst entscheiden, Jugendliche und Kinder sind dazu nicht in der Lage. Daher bekennen wir uns vorbehaltlos zum Jugendschutz. Jugendliche sind für uns keine Zielgruppe", bezieht Obmann Trinkl ganz klar Position. Die österreichischen Trafikanten starten eine bundesweite Aktion, in der Trafiken, die sich über die Jugendschutzgesetze hinaus zu Maßnahmen verpflichten, mit einem Aufkleber gekennzeichnet werden. Der Erklärung, die der Trafikant oder die Trafikantin unterzeichnet, und der Aufkleber stehen auf http://wko.at/tabaktrafik in der Rubrik "Schlagzeilen" zur Ansicht bzw. zur Lektüre zur Verfügung.

In der Erklärung verpflichten sich die Trafikanten unter anderem, keine Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu verkaufen, die Trafik entsprechend zu kennzeichnen, Kindern und Jugendlichen keine Teilnahme an der Sportwette Tipp 3 zu ermöglichen, bei anderen Glückspielen verantwortungsvoll zu agieren sowie keine Gasflaschen an Kinder und Jugendliche ohne Prüfung zu verkaufen. Damit geht die Verpflichtung über die Jugendschutzgesetze hinaus. "Wir wollen handeln, als ob es unsere Kinder wären", bekräftigen Gabriele Karanz und Werner Jörgl (Kärnten), beide stellvertretende Obleute des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten. "Doch müssen endlich auch Politik, Schulen und Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen."

Auch den Umweg über den Zigarettenautomaten werde man aus eigener Initiative bis 2007 verbauen: "Ab dann müssen die Automaten mit Bankomatkarte entriegelt werden, bevor sie Tabakwaren freigeben. Dabei erkennen die Automaten, ob der Karteninhaber unter 16 Jahre oder älter ist. Die Umstellung tausender Automaten ist bereits im Gang", weiß Trinkl zu berichten.

Die Tabaksteuererhöhung und der dadurch angeheizte Schmuggel haben teilweise zu dramatischen Umsatzeinbrüchen bei den Trafikanten geführt. Die Zahl verkaufter Zigaretten sank 2004 ‘nur’ um 4 Prozent - "aufgrund der starken Vorziehkäufe im Dezember", führte Trinkl zur Lage der Branche aus: "Im Jänner 2005 ist der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber gleich um 31 Prozent dramatisch zurück gegangen." Zirka 2,3 Millionen der rund 8,1 Millionen Einwohner Österreichs sind Tabakkonsumenten. Jede fünfte in Österreich gerauchte Zigarette stammt vom Schwarzmarkt.

Die Warnung der Trafikanten, dass eine höhere Tabaksteuer zu weniger Einnahmen führen würde, habe sich rasch bewahrheitet. Umso wichtiger seien jetzt Ausgleichsmaßnahmen der Politik: "Eine massivere Bekämpfung des Tabakschmuggels, die Anpassung der Handelsspanne sowie die Aufnahme neuer Produkte in das Sortiment der Trafiken sind für die Trafikanten, die oft die letzten Nahversorger im Ort sind, lebenswichtig", so Trinkl, Karanz und Jörgl unisono. (JR)

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BGr der Tabaktrafikanten
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rolf.gleissner@wko.at
http://wko.at/tabaktrafik

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