Matznetter: Flexibilisierung im Einvernehmen Ja, Lohndumping Nein

Wien (SK) "Die Flexibilisierung, wie sie von vielen gefordert wird, also Lohnsenkung bei gleichem Arbeitsoutput ist vielfach schon Realität", so SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Zweiten Nationalratspräsidenten und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer zu der Tatsache, dass es mittlerweile viele Teilzeitbeschäftigungen gebe, die de facto früher Vollzeitbeschäftigungen gewesen seien. Matznetter sprach sich deutlich für eine Flexibilisierung im Einvernehmen zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen aus. Lohndumping dürfe aber nicht das Produkt von Flexibilisierung sein. ****

Matznetter warnte davor, die deutsche Diskussion zu importieren und unter dem Titel der Flexibilisierung nur Lohnsenkungen zu meinen. "Eine solche Entwicklung wäre das Dümmste, weil es noch nie zu einem Wohlstandseffekt geführt hat. Nur, wenn die Menschen mehr Geld haben und ausgeben, kann es der Volkswirtschaft, auch einer europäischen, besser gehen", erläuterte Matznetter. In der Frage der Flexibilisierung sei Österreich aber auf einem recht guten Weg, weil es sehr viel Flexibilität seitens der Gewerkschaften gebe, so Matznetter, der auf Jahresdurchrechnung in beinahe allen Kollektivverträgen verwies.

Im Moment sei aber zu erkennen, dass die Flexibilisierung, wie sie von einigen gefordert werde, bereits Realität sei. Lohnsenkung bei gleicher Arbeitszeit - besonders betroffen davon seien, so Matznetter, Frauen und schlechter Qualifizierte. "Das verschärft auch die Schere in der Gesellschaft", sagte Matznetter. Besonders im Handelsbereich und bei Großbetrieben zeige sich eine klare Tendenz zu dauerhaften Teilzeitbeschäftigungen. "Im Lebensmittelhandel steht das Prinzip der Niedrigstlohnpolitik immer stärker im Vordergrund", so die Kritik Matznetters. Es zeige sich aber auch, dass KMU's eine höhere Bereitschaft zu Vollzeitbeschäftigungen aufweisen würden. "Die politische Antwort muss lauten: Nicht nachgeben bei den Großen und die KMU's, die bereit sind, Vollzeitbeschäftigung zu schaffen, stärken", so der SPÖ-Budgetsprecher. Abschließend verwies Matznetter auf Henry Ford I., der immer betont hatte, dass, wenn er seine Autos verkaufen wolle, seine Arbeiter auch ausreichend verdienen müssten, um diese zu erwerben. (Schluss) js

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0015