Matznetter: Frauen - Die Einkommensverliererinnen der letzten vier Jahre

Frauen von ungewollter Teilzeitarbeit und atypischen Beschäftigungsverhältnissen besonders betroffen

Wien (SK) Von einer "kleinen Katastrophe", die die Rechnungshofdaten offenbaren würden, sprach SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter am Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Zweiten Präsidentin des Nationalrats, SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer. "Bei Arbeiterinnen und Angestellten sind die Realnettoeinkommen gesunken", so Matznetter, der von einer beschämenden Entwicklung der Realeinkommen in den letzten vier Jahren sprach. Die Folge sei, dass die Massenkaufkraft fehle. "So gibt es keine Chance, für einen echten Wirtschaftsaufschwung", hielt Matznetter fest. ****

Die einzig positive Nachricht aus dem Einkommensbericht des Rechungshofes sei, dass BeamtInnen mehr verdienen würden als vor vier Jahren. "Arbeiterinnen müssen in nur vier Jahren einen Nettoeinkommensverlust von elf Prozent hinnehmen", hielt Matznetter fest. Weibliche Angestellte hätten seit dem Jahr 2000 circa zwei Prozent ihres Nettoeinkommens verloren. Ein Grund für diese traurige Entwicklung, so Matznetter, sei die Zunahme von nicht gewünschter Teilzeitbeschäftigung und atypischen Beschäftigungsverhältnissen, von denen besonders Frauen betroffen seien.

Seit dem Jahr 2000 sei zwar auch das Netto-Medianeinkommen der Arbeiter gesunken, allerdings auf höherem Niveau. Während Männer in etwa sechs Prozent ihres Nettoeinkommens seit 2000 eingebüßt hätten, verlieren Frauen elf Prozent. Im Bereich der Angestellten sei die Entwicklung gerade gegenteilig. Hier hätten Frauen zwar knapp zwei Prozent ihres Nettoeinkommens seit 2000 verloren, männliche Angestellte aber circa sechs Prozent.

Die einzige Gruppe, bei der sich eine gegenteilige Entwicklung eingestellt habe, seien die Beamten, führte Matznetter aus. Während aber das Nettoeinkommen weiblicher Beamtinnen stagniere bzw. nur knapp ansteige, steige das Einkommen männlicher Beamter um acht Prozent. "Eigentlich wäre zu erwarten, dass die Schere zwischen Männern und Frauen geringer werden würde", so Matznetter, der auf die Erfolge bei der Qualifizierung von Frauen unter SPÖ-Frauenministerinnen verwies. Schon in den 80er Jahren seien 50 Prozent der Universitätsabsolventen weiblich gewesen. "Deshalb wäre jetzt in der Lohnspreizung ein stärkeres Zusammenwachsen zu erwarten. Auch, weil die Jahrgänge, in denen Männer überproportional hoch qualifiziert sind, durch die Pension hinausfallen", erklärte Matznetter.

Die Folge dieses Sinken der Realnettoeinkommen habe zur Folge, dass die Kaufkraft und daraus folgend auch die Einnahmen aus der Umsatzsteuer fehlen würden. "Das führt zu einer schlechten Inlandskonjunktur und damit ist ein dauerhafter und echter Wirtschaftsaufschwung nicht möglich", so der SPÖ-Budgetsprecher, "Nur wenn die Menschen mehr verdienen und ausgeben, kann es der Volkswirtschaft bessern gehen." (Schluss) js

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