AK kritisiert: Viele Betriebe bei "Abfertigung neu" säumig

Linz (OTS) - Seit 1.1.2003 gilt bereits die "Abfertigung neu". Sie verpflichtet Arbeitgeber, 1,53 Prozent des Bruttogehalts in eine Abfertigungskasse einzuzahlen. Allerdings haben bis heute mehr als 7500 oberösterreichische Betriebe nicht einmal eine Abfertigungskasse ausgewählt. "Ein unhaltbarer Zustand", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Alle ab 1.1.2003 begonnenen Arbeitsverhältnisse unterliegen dem neuen Modell, in dem die Arbeitgeber 1,53 Prozent des Bruttolohnes für jeden Arbeitnehmer in eine Abfertigungskasse einzahlen müssen.

Das neue Modell beschert - im Gegensatz zur alten Regelung - den meisten Arbeitnehmern eine Abfertigung. Die bisherige Voraussetzung eines dreijährigen Arbeitsverhältnisses beim selben Arbeitgeber ist nicht mehr nötig. Die Abfertigung geht auch bei Selbstkündigung nicht mehr verloren.

Trotz der Verpflichtung für die Arbeitgeber, eine Abfertigungskasse auszuwählen, haben dies bis heute mehr als 7500 oberösterreichische Betriebe nicht getan. Deshalb verwaltet die OÖ Gebietskrankenkasse derzeit rund 2,5 Millionen Euro an Abfertigungsbeiträgen. "Ein unhaltbarer Zustand", betont AK-Präsident Kalliauer, "noch dazu, weil ungeklärt ist, wie die betroffenen Arbeitnehmer zu ihrem Geld kommen. Wir begrüßen daher, dass diese Gesetzeslücke nunmehr geschlossen werden soll, verlangen aber gleichzeitig auch die Anhebung des Abfertigungsbeitrages auf 2,5 Prozent des Bruttolohnes. Samt dieser Erhöhung würde den Unternehmen die Abfertigung nicht mehr kosten als im alten Modell."

Die AK rät allen Arbeitnehmern, für die das neue Recht gilt, darauf zu achten, dass die Abfertigungsbeiträge ordnungsgemäß abgeführt werden. Denn nur jene Geldbeträge, die auf dem Konto der Abfertigungskasse eingehen, können später als Abfertigung geltend gemacht werden. Und: Nur eingezahlte Beträge können auch Zinsen bringen.

Daher sollten die Arbeitnehmer ihre Lohnzettel kontrollieren, auf denen der Abfertigungsbeitrag ausgewiesen sein muss. Die Abfertigungskasse stellt für jedes abgelaufene Kalenderjahr einen Kontoauszug aus. Dieser ermöglicht die Kontrolle, ob bei der Lohnabrechnung abgezogene Beiträge von der Firma auch eingezahlt wurden.

Wurde der Abfertigungsbeitrag nicht ordnungsgemäß abgeführt, sollte sofort beim Arbeitgeber reklamiert werden. Der Rechtsschutz der AK ist unter der Hotline 050/6906-1 dabei behilflich. Notwendig dafür ist allerdings, dass alle Lohnabrechnungen und die Kontoauszüge der Abfertigungskasse vorhanden sind. Diese Papiere sollten daher unbedingt aufgehoben werden.

Detaillierte Infos zur Abfertigung neu gibt es auch auf der AK-Homepage www.arbeiterkammer.com.

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