Diskussion: "Frauen und Zweirad"

Bayr: Frauen wollen ein verlässliches Motorrad, Männer ein Hobby

Wien (SK) "Frauen und Zweirad - das schwache Geschlecht auf
dem starken Bike". Unter diesem Motto diskutierten am Dienstagabend Petra Bayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ und Motorradfahrerin, Elisabeth Pechmann, Motorjournalistin, Roswitha Hasslinger vom Gallup-Institut und Karin Munk, Generalsekretärin der Arge 2Rad im Festsaal des Technischen Museums Wien. Motorrad fahrende Frauen haben andere Bedürfnisse, nähern sich der Thematik anders und vor allem: Frauen fahren sicherer, so die einhellige Meinung der Diskutantinnen, die diese Sichtweise aus verschiedenen Blickwinkeln argumentierten. ****

Munk ging einleitend kurz darauf ein, dass es in Österreich augenblicklich rund 50.000 Frauen gebe, die Motorrad fahren. Anschließend gab sie einen kurzen historischen Überblick über das Verhältnis "Frauen und Motorrad" und die gesellschaftliche Entwicklung.

Pechmann erklärte, dass zwar rund 20 Prozent der A-Führerscheine von Frauen gemacht werden und 28 Prozent Frauen Motorradfahren als "regelmäßige Freizeitgestaltung" bezeichnen würden, dass aber unter den getöteten und verletzten Motorradfahrern der Anteil der Frauen nur ein bzw. acht Prozent betrage. "Sterben ist männlich", so Pechmann. Anders sei dies, was die Statistik getöteter Mitfahrer aussehe: hier sind im Jahr 2004 fünf Frauen gestorben, allerdings kein Mann. "Für Frauen ist es gefährlicher mitzufahren, als selbst zu fahren", sagte Pechmann. In Fahrsicherheitstrainings zeige sich immer wieder, dass Frauen aufmerksamer und ernsthafter an die Dinge herangehen würden und: "Frauen nähern sich dem Limit respektvoller und von unten. Männer nähern sich dem Limit von oben." Pechmann, die auch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Männern und Frauen beim Kauf eines Motorrads und des Zubehörs einging, betonte abschließend: "Frauen halten Limits eher ein und fordern eher 0,00 Promille. Selbstüberschätzung kommt bei Männern viel häufiger vor als bei Frauen."

Hasslinger hielt fest, dass in Österreich im Moment jedes fünfte Motorrad im Besitz einer Frau sei und stellte Daten zu Nutzungsverhalten und über die Gruppe der MotorradfahrerInnen vor.

"Für Frauen steht der Alltagsgebrauch des Motorrades viel deutlicher im Vordergrund als für Männer", so Bayr. Dies liege vor allem daran, dass, einer Mobilitätsstudie der Stadt Wien folgend, Frauen viel differenziertere Wege hätten, nur zu rund 30 Prozent über ein eigenes Kfz verfügen würden (bei Männern rund 60 Prozent) und Frauen sich viel bewusster für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden.

Bayr berichtete auch von einigen negativen Erlebnissen als Frau in Werkstätten. So wisse sie zum Beispiel von einigen Fällen, wo Frauen für dieselbe Leistung mehr bezahlt hätten als Männer. Hier wäre es vor allem wünschenswert, wenn Frauen, die bereits in diesem Bereich arbeiten würden, viel mehr als role models vorgezeigt und präsentiert würden, so Bayr. Wichtig wäre es auch, wenn sich Motorrad fahrende Frauen verstärkt vernetzen würden, um so dem männlichen Rudelverhalten und den eingefahrenen Klischees entgegen zu treten. "Ich hoffe, dass mehr Motorrad fahrende Frauen das Klischee brechen, dass bei so manchem Bikertreffen vorherrscht", so Bayr. Im Parlament sei sie, als Mitglied des Verkehrsausschusses, ständig bemüht, das Thema Frauen und Motorrad voranzutreiben. So strebe sie an, hielt Bayr fest, dass das Befahren von Busspuren für einspurige Kfz's erlaubt werde und das nicht alle Ersatzteile neu typisiert werden müssten. Wichtig sei es auch, die unterschiedlichen Sicherheitsaspekte von Auto- und MotorradfahrerInnen zu betonen und Sensibilität und Rücksicht für den jeweils anderen zu schaffen. (Schluss) js

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