"Neues Volksblatt" Kommentar: "Schweigen" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 23. Februar 2005

Linz (OTS) - =

Vorgestern der Fernschreiber, gestern das Fax, heute
das E-Mail: Die Technik spielt in der politischen Kommunikation eine zentrale Rolle. Per Aussendung werden Vorschläge unterbreitet, per Aussendung werden Vorschläge des politischen Mitbewerbers wohlwollend oder kritisch aufgenommen. Dass man auf der eigenen Aussendung auch so ausrutschen kann wie auf einer Bananenschale, hat SPÖ-Sicherheitssprecher Parnigoni bewiesen. Denn just als er gestern kurz vor 14 Uhr mitteilte, dass "dieser Sicherheitsgipfel zwischen ÖVP und FPÖ ein Krisengipfel ist", weil das für 13 Uhr avisierte Ende nicht abzusehen sei, berichtet die APA von der Einigung bei Wehr- und Zivildienstverkürzung.
Daraufhin freilich hat es der SPÖ die Red' verschlagen, die sonst üblichen prompten Aussendungen mit der Bewertung des Ergebnisses blieben aus. Ob die ganze Gipfel-Inszenierung notwendig war, um etwas weiterzubringen, ist die eine Sache. Dass aber etwas weitergegangen ist, beweist das lange Schweigen der SPÖ. Aber wie sollte man auch die alte Kreisky-Behauptung, dass sechs Monate genug seien, glaubhaft schlecht reden?

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