ÖGB-Vize Nürnberger zu Kopf: Menschenverachtende Aussagen

Unternehmen sollen bestehende Möglichkeiten nutzen!

Wien (GMT/ÖGB) - "Mit der Aussage von IV-Generalsekretär Beyer, die Arbeitszeitflexibilisierung darf kein Nullsummenspiel sein, ist die Katze endgültig aus dem Sack", sagt ÖGB Vizepräsident Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil. "Auch die Aussagen von Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kopf zeigen, dass diesen Herren die Menschen, über die sie da reden, völlig egal sind." ++++

"Beyer hat mit seiner Aussage ganz klar zugegeben, dass es ihm, und wahrscheinlich auch vielen anderen Unternehmen, bei flexiblen Arbeitszeiten um nichts anderes geht, als Kosten zu sparen", sagt Nürnberger. "All die schönen Worte, dass man mit weiteren Flexibilisierungen viele neue Arbeitsplätze schaffen könnte, entpuppen sich nun als reine Worthülsen." Auch die Aussagen Kopfs würden zeigen, was er von seinen Mitarbeitern bzw. von den ArbeitnehmerInnen insgesamt halte, so Nürnberger. "Kopf gibt zu, die Arbeitszeiten in seinem Betrieb außerhalb der Gesetze zu regeln und sagt, dass das aber nicht die Regel sein kann. Was ist denn das für ein Verständnis von einem Rechtsstaat? Dieses Vorgehen ist eigentlich ein Fall für das Arbeitsinspektorat." Als besonders menschenverachtend bezeichnet Nürnberger Kopfs Aussage, dass die Arbeit das einzige sei, das die ArbeitnehmerInnen am Arbeitsmarkt zu verkaufen hätten. "So eine Aussage ist mittelalterlich, unwürdig und herablassend."

"Beyer und Kopf sollten sich einmal mit Arbeitgeberkollegen unterhalten, die mehr von ihren MitarbeiterInnen halten," sagt Nürnberger. "Dann wüssten sie, was man alles im Konsens und zum Vorteil aller verhandeln kann. Und dann wüssten sie vielleicht auch, was jetzt ohnehin schon punkto flexibel arbeiten möglich ist." Die Gewerkschaften würden selbstverständlich auch weiterhin über moderne Regelungen der Arbeitszeiten reden, sagt Nürnberger. "Aber erpressen lassen wir uns sicher nicht."

ÖGB, 22. Februar
2005
Nr. 105

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