Milchquoten: AMA geht jetzt von Überlieferung um etwa 50.000 t aus

Zusatzabgabe von EUR 16,6 Mio. erwartet

Wien (AIZ) - Die österreichischen Landwirte haben sich im Jänner 2005 bei der Milchanlieferung an die Molkereien weiter eingebremst. In der dritten Jänner-Dekade war die Anlieferung um 3,3% geringer als im Vorjahreszeitraum, im Gesamtmonat lag sie um 2,8% unter dem Vorjahreswert. Damit dürfte die Überschreitung der nationalen Anlieferungsquote (A-Quote) geringer ausfallen als erwartet. Die Agrarmarkt Austria geht in ihrem jüngsten "Milchbarometer" von einer Überlieferung um 50.000 t aus. Daraus resultiert eine voraussichtliche Zusatzabgabe von EUR 16,6 Mio. Zum Vergleich: Im vergangenen Quotenjahr 2003/04 wurde die österreichische Anlieferungs-Referenzmenge um rund 88.000 t überliefert, somit war eine Zusatzabgabe von EUR 31,4 Mio. zu entrichten.

Bekanntlich steht in Österreich für das Milchquotenjahr 2004/05 (01.04. bis 31.03.) eine Referenzmenge von 2,750.390 t zur Verfügung. Davon entfallen auf Molkerei-Anlieferungen (A-Quote) 2,625.094 t; für Direktverkäufe (D-Quote) stehen den Landwirten 125.296 t zur Verfügung.

D-Quoten-Umwandlungen von 13.906 t erwartet

Ein Teil der im vergangenen Quotenjahr durchgeführten Umwandlungen von D-Quoten in A-Quoten war nur befristet, diese Mengen standen daher erst nach neuerlicher Antragstellung wieder zur Verfügung. Die Anträge konnten bis Jahresende 2004 gestellt werden. Die Gesamthöhe der beantragten Menge wird bis Ende Februar feststehen, die AMA geht derzeit von D-Quoten-Umwandlungen im Umfang von 13.906 t aus. Somit erhöht sich die voraussichtlich verfügbare österreichische Anlieferungs-Referenzmenge für 2004/05 auf rund 2,639.000 t.

Von Anfang April 2004 bis Ende Jänner 2005 wurden (fettkorrigiert) 2,245.697 t Milch an die Molkereien geliefert. Damit wurde die anteilige Quote bereits um 35.022 t überschritten. Ausgehend von dieser Menge hat die AMA die Anlieferung für das gesamte Quotenjahr 2004/05 auf rund 2,689.000 t hochgerechnet (und dabei einen durchschnittlichen Fettgehalt von 4,23% angenommen). Damit würde die zur Verfügung stehende Referenzmenge um 50.000 t überschritten. Multipliziert mit der von der EU festgelegten Zusatzabgabe von 33,27 Cent je kg hätte dies eine Abgaben-Belastung für die Überlieferer von EUR 16,64 Mio. zur Folge.

Unterlieferungen reduzieren Abgabenbelastung auf 13,63 Cent je kg

Einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Zusatzabgabe je kg überlieferte Milch haben die einzelbetrieblichen Quoten-Unterlieferungen, weil sie den -überlieferungen gegen gerechnet werden. Aus derzeitiger Sicht kann laut AMA von Unterlieferungen in der Höhe von 72.000 t im gesamten Quotenjahr ausgegangen werden, wobei hier bereits die nationale Reserve von etwa 9.000 t berücksichtigt ist. Dadurch würde sich die durchschnittliche Zusatzabgaben-Belastung je kg überlieferter Milch auf 13,63 Cent reduzieren.

Änderungen in der Anlieferungstendenz in den beiden restlichen Monaten dieses Quotenjahres (Februar und März) können diesen Wert aber noch verändern. Auf Grund der rückläufigen Anlieferungsentwicklung Ende Jänner neigen die AMA-Experten eher zu der Annahme, dass die Überlieferung unter 50.000 t liegen könnte. (Schluss) kam

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