Lidl unter internationaler Beobachtung

GPA: Zeiten, wo Probleme bei Multis national isoliert betrachtet werden, sind vorbei

Wien (GPA/ÖGB) - Am 17. und 18. Februar 2005 trafen sich in Berlin die VertreterInnen der zentraleuropäischen Gewerkschaften für die Handelsangestellten zum Erfahrungsaustausch im Rahmen der Initiative "Grenzenlose Gewerkschaft". Zentrales Thema war der Austausch über die Arbeitsbedingungen beim Discounter Lidl, die im kommenden Jahr besonders genau unter die Lupe genommen werden sollen.++++

Initiatoren der Initiative sind die Gewerkschaften OSPO (Tschechien), KASZ (Ungarn), SDTS (Slowenien), STH (Kroatien), OZPOCR (Slowakei), GPA (Österreich) sowie ver.di (Deutschland). In diesen Ländern ist Lidl bereits aktiv bzw. plant den Start in diesem Jahr. Diese werden in einem gemeinsamen Vorgehen systematisch alle personellen Maßnahmen beobachten, sich unverzüglich gegenseitig über die Erfahrungen informieren, gemeinsam geeignete Schutzmaßnahmen für die Angestellten verabreden, wenn notwendig in abgestimmten Aktionen an die Öffentlichkeit und die zuständigen Behörden in den einzelnen Ländern gehen.

Das von ver.di veröffentlichte "Schwarzbuch Lidl" wurde von den anwesenden GewerkschaftsvertreterInnen als gute Unterlage für gewerkschaftliche Arbeit in diesem Unternehmen gewürdigt. Übereinstimmend wurden die angesprochenen Problemfelder bestätigt. Die VertreterInnen der Initiative rufen die Angestellten in ihren Ländern auf, sich mutig für ihre Interessen einzusetzen, sich in ihren Handelsgewerkschaften zu organisieren.

Die Managementvertreter werden unmissverständlich aufgefordert, die nationalen ArbeitnehmerInnen- und Gewerkschaftsrechte unbedingt zu beachten und zu respektieren. Dies betrifft insbesondere das Recht auf freie Betriebsratswahlen, Mitgliedschaft zur Gewerkschaft, sowie die Einhaltung von Arbeitszeitbestimmungen und die kollektivvertraglichen Vorschriften im Hinblick auf Entlohnung.

"Lidl soll wissen, dass wir die Arbeitsbedingungen der ArbeitnehmerInnen in allen Ländern aktiv vertreten. Die Zeiten, wo wir die Probleme bei einem Multi als national isoliertes Problem betrachten, sind vorbei. Arbeitgeber im Handel, welche die ArbeitnehmerInnenrechte respektieren und den Dialog mit den Gewerkschaften führen, sind jederzeit willkommen. Uneinsichtige Arbeitgeber werden mit uns zu rechnen haben, egal wo sie sind", so Manfred Wolf, Wirtschaftsbereichssekretär der GPA für den Handel.

ÖGB, 22. Februar
2005
Nr. 104

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