SORA-Umfrage: Klein- und Mittelbetriebe von Steuerreform enttäuscht

Matznetter fordert echte Entlastung der Arbeit und Stärkung der Kaufkraft

Wien (SK) "Die Steuerreform bevorzugt vor allem die großen Unternehmen". 67 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer stimmen dieser Aussage zu, so Günther Ogris, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des SORA-Instituts anlässlich der Präsentation einer Studie bei Selbstständigen mit unter 50 Beschäftigten. 58 Prozent sind der Ansicht, dass ihr Betrieb durch die Steuerreform nicht steuerlich entlastet werde. Christoph Matznetter, Spitzenkandidat des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes, betonte, dass sich die Befürchtungen der Sozialdemokratie zur Steuerreform mit diesen Ergebnissen bestätigen würden. "Jetzt muss sich die Wirtschaftskammer besinnen und ihre Rolle als Interessenvertretung der Klein- und Mittelbetriebe wirklich wahrnehmen", so die Forderung Matznetters. "Wir brauchen eine deutliche Entlastung der Arbeit, und es ist ein falsches Signal, dass es erstmals keine steuerliche Begünstigung von Investitionen mehr gibt", sagte Matznetter. ****

Es bedürfe deutlicher Nachbesserungen bei der Steuerreform. "Es fehlt die Kaufkraft", hielt Matznetter fest. Ein Befund, den die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer teilen. Nach der SORA-Studie sind 90 Prozent von ihnen der Auffassung, dass "eine Kaufkraftstärkung der Bevölkerung dringend notwendig wäre, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt".

Noch eine weitere Folge der Politik dieser Bundesregierung kommt in der Studie zum Ausdruck: 44 Prozent sehen, dass sich die soziale Sicherheit der Unternehmerinnen und Unternehmer von Klein- und Mittelbetrieben sehr oder ziemlich verschlechtert hat. Nur 25 Prozent glauben, dass es zu keiner Verschlechterung gekommen ist. Besonders kritisch in dieser Frage zeigen sich die Unternehmerinnen. Von diesen sind 54 Prozent der Meinung, dass sich die soziale Situation verschlechtert habe.

Diese Unzufriedenheit hat zur Folge, dass sich die Klein- und Mittelbetriebe durch WKÖ-Präsident Christoph Leitl schlecht vertreten fühlen würden, so Günther Ogris. 55 Prozent der Selbstständigen haben das Gefühl: "Christoph Leitl hat bei der Regierung zu wenig für Klein- und Mittelbetriebe durchgesetzt."

Matznetter hielt fest, dass es bereits ein erster Erfolg im Wahlkampf sei, dass Leitl nun nicht mehr wie noch im Herbst die "Grasserschen Wohltaten" via Plakat auf Kosten der Wirtschaftskammer hochjuble, sondern nun weitere Entlastungen und eine Nachbesserung der Steuerreform fordere. "Dieses Umdenken ist ein gutes Zeichen der Besinnung. Endlich erkennen auch Leitl und der Wirtschaftsbund, dass es keine Entlastung der Klein- und Mittelbetriebe gegeben hat", sagte Matznetter.

Drei Viertel aller Unternehmen hätten nichts von der Senkung der Körperschaftssteuer (KöSt), hielt Matznetter fest. Durch die Gruppenbesteuerung käme es zur paradoxen Situation, dass die KöSt zu einer Beliebigkeitssteuer werde und sich große Konzerne aussuchen könnten, wie viel Steuern sie in Österreich bezahlen. Kleine und mittlere Betriebe, die in Österreich Beschäftigung schaffen, Wertschöpfung erbringen und investieren, würden kaum Hilfe bekommen. "Wir brauchen endlich eine wirkliche steuerliche Entlastung für die Klein- und Mittelbetriebe", so Matznetter. Eine Mehrzahl der Unternehmen habe nichts von der Steuerreform, außer, dass nun auch die letzte Entlastung gestrichen worden sei. "Es braucht eine Entlastung für diejenigen, die in Österreich Arbeitsplätze schaffen und ihre Wertschöpfung hier erbringen", so die Forderung des Spitzenkandidaten des sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes. (Schluss) js

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