Einladung zum Pressegespräch am 25. Februar um 10:30

PISA-Studie - MigrantInnen melden sich zu Wort

Wien (OTS) - Die Diskussion über die PISA-Studie hat das Symptom der österreichischen Gesellschaft ans Licht gebracht: Die schlechte Positionierung des österreichischen Schulsystem ist das Resultat der schlechten Sozial- und Bildungspolitik der Regierung.

Konkret liegen die Probleme darin, dass einige der österreichischen PolitikerInnen nur das sehen was sie sehen wollen:
MigrantInnen-Kinder werden als Hauptproblem für das schlechte Abschneiden bei der PISA-Studie genannt. Anstatt die wahren Hintergründe für das mangelhafte Können der Schüler zu eruieren, werden MigrantInnen schlicht weg verantwortlich gemacht und als "Sündeböcke" dargestellt. Richtig ist, dass die MigrantInnen am Rande der österreichischen Gesellschaft überleben.

Das schlechte PISA-Ergebnis hat andere Gründe, als das Versagen der MigrantInnen-Kinder wie an den folgenden Beispielen erkennbar:

- Die Anzahl der alleinerziehenden Müttern nimmt zu, der Arbeits- und Tagestress der Mütter lassen Ihnen keine Zeit für die Kinderbetreuung nach der Schule.

- Für die Kinder, deren Eltern unter der Armutsgrenze leben, fehlt das Geld für Betreuungsplätze

- Zahlreiche österreichische Eltern sind nicht in der Lage ihren Kindern bei Schulaufgaben zu helfen.

- Die Anzahl der Lehrer werden drastisch gekürzt und das Bildungsbuget nimmt jährlich ab.

- Viele Jugendlichen sind suchtgefährdet, infolge dessen lässt auch ihr Schulerfolg nach.

Der verpflichtende Deutschkurs für MigrantInnen-Kinder als "Pseudo-Lösung" der österreichischen Regierung ist nicht nur ein politisches Alibi, sondern auch eine versteckte Assimilierungsstrategie anstatt tatsächliche Integrationspolitik.

- Ein anderer Lösungsvorschlag der PolitikerInnen "Kindergarten für Alle" bleibt bedenklich, denn die Tatsache, dass die Mehrheit der MigrantInnen-Familien mit einem niedrigen Einkommen leben, so dass sie nicht in der Lage sind alle Kindergartenkosten zu bezahlen.

- Asylwerber die länger als fünf Jahre auf einen Bescheid warten und somit vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, können nicht einmal die Grundversorgung leisten, geschweige denn einen Kindergartenplatz.

Es wird viel und gerne über MigrantInnen diskutiert, bedauerlicherweise machen sich aber PolitikerInnen nicht die Mühe MigrantInnen und MigrantInnenorganisationen zu diesem Thema zu involvieren.

Das Wiener Integrationskonferenz-Vernetzungsbüro* präsentiert am Freitag 25. Februar um 10:30 alternative Lösungsvorschläge zu der Schulsystemproblematik. Wir laden die Vertreter der Medien herzlich ein.

Ort: WIK-Vernetzungsbüro in 1100 Wien, Arthaberplatz 18/3/309

* Das WIK-Vernetzungsbüro ist am 30. Oktober 2004 neugegründet worden.

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