Frauenstadträtin Wehsely weiß "Was Mädchen wollen"

IFES hat für Studie 500 Mädchen in Wien befragt

Wien (OTS) - Mehr als 50.000 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren leben in Wien. Was sie bewegt, was sie sich wünschen wollte Frauenstadträtin Maga Sonja Wehsely ganz genau wissen. Das empirische Sozialforschungsinstitut IFES hat deshalb im Auftrag der Frauenabteilung der Stadt Wien 500 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Die Befragung wurde Ende Dezember mittels Telefoninterviews durchgeführt.

Einen Schul- bzw. Universitätsabschluss zu machen, ist für 8 von 10 Mädchen ein Lebensziel und wird von ihnen unbedingt angestrebt (nur für 4% ist das kein Thema). Das passt nahtlos zum Wunsch nach Unabhängigkeit, den 70% klar äußern. Die große Bedeutung von Freundschaften für diese Generation spiegelt sich in der Zahl, dass sich zwei Drittel einen großen FreundInnenkreis wünschen. Jede Zweite hält "Kinder bekommen" für ein wichtiges Ziel im eigenen Leben, 15% streben das - derzeit - nicht an. Geld und Ansehen sind "nice to have", aber keine primären Lebensziele. Abgeschlagen am Ende der Skala der Lebensziele landet der Wunsch danach, einen erfolgreichen Mann zu heiraten: darauf sind ganze 14% heiß, 28% lehnen das klar ab. "Alles in allem ein Ergebnis, dass mich persönlich sehr freut. Mädchen wollen unabhängig sein, ihr eigenes Einkommen, FreundInnen und Kinder - aber sie brauchen dazu keinen Mann, der sie ernährt, denn sie wollen auf eigenen Beinen stehen", sagt Wehsely.

Mädchen wollen Spaß im Job

Bei der Berufswahl steht für Mädchen Spaß, Freude und Selbstverwirklichung an erster Stelle: drei Viertel nennen das als wichtigstes Kriterium, 24% finden diesen Aspekt eher wichtig. An zweiter Stelle folgt aber schon die Arbeitsplatzsicherheit - die ist 65% sehr und weiteren 31% eher wichtig. Jeder zweiten Befragten ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr wichtig (39% eher wichtig), nur 2% legen darauf gar keinen Wert. "Das zeigt, dass die Mädchen sehr realistisch sind", sagt Wehsely. "Und dass sie genau beobachten, wie und von wem Beruf und Familie derzeit hauptsächlich gemanagt werden."

Karriere und gute Verdienstchancen sind den Mädchen dagegen nicht so wichtig (38 bzw. 37% sehr wichtig, 12 bzw. 15% eher oder gar nicht wichtig). Wehsely: "Ich wünsche mir, dass die Mädchen in diesem Punkt weniger bescheiden sind und das verlangen, was ihnen zusteht. Beim Berufseinstieg müssen junge Frauen derzeit einen Einkommensnachteil von etwa 18 Prozent gegenüber ihren jungen männlichen Kollegen hinnehmen. Und das Schlimmste daran: Diesen Einkommensrückstand holen sie in den meisten Fällen während ihrer gesamten Berufslaufbahn nicht mehr auf!"

Informationsbedarf empfinden Mädchen vor allem in Fragen Schule und Ausbildung. 35% wünschen sich mehr Berufsinformation, 33% wollen AnsprechpartnerInnen bei Schul- und Ausbildungsproblemen. An dritter Stelle stehen mit 31% bereits Fragen zu Gesundheit/Aussehen/Wohlbefinden. Jede Vierte hätte gerne Informationen und Tipps zum Thema Selbstsicherheit und Selbstverteidigung.

Mädchentelefon ist wichtige Anlaufstelle

Familiäre Probleme, Sexualität, Beziehung wurden bei der Befragung eher selten genannt, kommen aber beim Mädchentelefon besonders häufig vor. Jede Dritte hat Fragen dazu. "Die ganze Bandbreite der Fragen deckt das Mädchentelefon ab. Die Erfahrung zeigt, dass Mädchen mit Beziehungs- und familiären Problemen aber offensichtlich häufiger zum Telefon greifen, weil diese Sorgen wirklich unter den Nägeln brennen. Ich wünsche mir, dass noch mehr Mädchen das Telefon auch für ihre Fragen zur Ausbildung nutzen", so Wehsely. "Denn gute Information ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die ganze Breite des Berufswahlspektrums kennen zu lernen und damit den Beruf zu finden, der dem Mädchen besonders liegt." Diesem Ziel dient auch der Wiener Töchtertag, der heuer bereits zum vierten Mal stattfindet (am 28. April).

Was die Bekanntheit von Einrichtungen betrifft, so liegt das doch noch sehr junge Mädchentelefon mit 35% an sensationeller dritter Stelle, getoppt nur vom Töchtertag, den 36% kennen, und der Jugendinfo, die auf den tollen Wert von 65% Bekanntheit kommt. Von 8% spontan genannt wurde Rat auf Draht, der aber eher für Jüngere Anlaufstelle bei Fragen ist. "Das Mädchentelefon wendet sich ganz bewusst an die 13- bis 17-Jährigen, weil gerade in diesem Alter rund um Pubertät und Ausbildungsentscheidung enorm viele Fragen auftauchen", erläutert Wehsely den Unterschied. "Und wir wissen auch, dass es genau die Zielgruppe ist, die unser Angebot nutzt." Rund 500 Mädchen haben sich bisher mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten an die kostenlose Servicehotline 0800/21 13 17 gewendet und dort Antworten und Tipps bekommen.

Die Mädchen in Wien sind hilfsbereit, aber eher ungeduldig. Mehr als die Hälfte der Befragten (52%) sagt von sich, besonders aufmerksam und hilfsbereit zu sein (stark ausgeprägt), weitere 44% schätzen sich als eher aufmerksam und hilfsbereit ein. Am anderen Ende der Zustimmungsskala steht die Geduld: die ist keine Stärke der Mädchen: nur 23% halten sich für sehr geduldig, weitere 39% für eher geduldig. Das Selbstbewusstsein ist in dieser Generation deutlich ausgeprägt: 84% halten sich für sehr oder eher selbstbewusst bzw. durchsetzungsfähig. Etwa 15-16% halten sich für wenig selbstbewusst, sie glauben nicht so gut reden und sich auch nicht gut durchsetzen zu können.

Das Freizeitverhalten schwankt zwischen Aktivität und Passivität. Immerhin 57% sind kreativ - im Sinne von Musik machen oder Tanzen. Und 47% sagen, dass sie häufig Sport treiben. Ihr Informationsbedürfnis decken Mädchen primär mit Fernsehen, Radio und Internet.

o Infos für Mädchen im Internet: http://www.toechtertag.at/ http://www.jobs4girls.at/ http://www.frauen.wien.at o Infos per Telefon: Mädchentelefon 0800/21 13 17 - Mo bis Fr 13 bis 17 Uhr, kostenlos Töchtertag-Telefon 0800/22 22 10, Mo bis Fr 8.30 bis 15.30 Uhr, kostenlos

(Schluss) bec

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