ÖGJ-Wien: "Wer nicht ausbildet, muss zahlen!"

Sina Farahmandnia neuer Vorsitzender der Wiener Gewerkschaftsjugend

Wien (OTS) - Neuer Vorsitzender der Wiener Gewerkschaftsjugend ist Sina Farahmandnia. Er wurde gestern, Samstag, von 95 Prozent der stimmberechtigten Delegierten zur 27. Landeskonferenz der Wiener Gewerkschaftsjugend im Volksheim Heiligenstadt gewählt. Farahmandnia möchte, 60 Jahre nach der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus, einen seiner Arbeitsschwerpunkte der Bekämpfung von Rechtsradikalismus und Alltagsrassismus widmen: "Für Personen, die auch heute noch rechtsradikales Gedankengut im Unterricht verbreiten, muss es höhere Strafen und ein Unterrichtsverbot geben", so der neue ÖGJ-Wien-Vorsitzende. Für Politiker, die extremistisches Gedankengut verbreiten oder auch nur dulden, fordert Farahmandnia die Abschaffung der strafrechtlichen Immunität.++++

Keine "Lehrlinge zweiter Klasse" zulassen!

Ein Kernthema für die Wiener Gewerkschaftsjugend wird auch in der kommenden Periode die desaströse Lage auf dem Lehrstellenmarkt sein. Farahmandnia fordert einen landesweiten Ausbildungsfonds zur Absicherung einer kollektivvertraglichen Entlohnung für alle Lehrlinge, auch solche in JASG-Lehrgängen: "Wer nicht ausbildet, muss zahlen", so der Vorsitzende. Hintergrund: Viele Firmen nehmen nur mehr einen Bruchteil der sonst jährlich eingestellten Lehrlinge auf und nützen stattdessen die Möglichkeit, billig Jugendliche in Form von JASG-Maßnahmen zu beschäftigen. "Das schafft in diesen Betrieben Lehrlinge zweiter Klasse", so Farahmandnia.

Mehr Frauen in "Männerberufe"!

Gerechtigkeit vermisst Farahmandnia nicht nur im Ausbildungsbereich: "Frauen verdienen in Österreich immer noch um 40 Prozent weniger als Männer. Es wird Zeit, dass Arbeit in typischen Frauenberufen aufgewertet wird: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss das Ziel sein." Außerdem fordert der ÖGJ-Wien-Vorsitzende die Förderung junger Frauen in männlich dominierten Lehrausbildungen, Schultypen und Studienrichtungen.(fk)

ÖGB, 20 Februar
2005
Nr. 100

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