SP-Klubtagung in Rust - Wehsely: "In der Frauenpolitik keinen Millimeter nachlassen!"

Rust (SPW-K) - "In der Frauenpolitik dürfen wir keinen Millimeter nachlassen. Sonst werden wir kilometerweit zurückgeworfen! Das beweist gerade die Debatte über die Fristenlösung. Verteidigen des Erreichten ist nicht genug, wir müssen auch immer den nächsten Schritt machen!" sagte heute Frauenstadträtin Maga Sonja Wehsely im Rahmen der Tagung des SPÖ-Rathausklubs in Rust. ****

In ihrer Arbeit als Stadträtin setze sie deshalb auf die Förderung der Eigenständigkeit und Erwerbstätigkeit von Frauen: "Dazu zählen Angebote für WiedereinsteigerInnen und ausreichend Kinderbetreuungs-Angebote." Die Frauenerwerbsquote sei mit 79 Prozent in Wien sehr hoch, die Frauenarbeitslosigkeit sinke im Gegensatz zum Bundestrend. "Ursache dafür sind die sehr guten Rahmenbedingungen -ausreichend qualitätsvolle Kinderbetreuung und Qualifizierungsangebote für Frauen." Durch die Programme des waff (Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds) und des AMS könne heuer jeder Wiedereinsteigerin in Wien ein Beratungs- bzw. Qualifizierungsangebot gemacht werden.

Kinderbetreuung sei dabei die Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, unterstrich Wehsely. " In Wien haben wir eine hervorragende Situation. Zur Diskussion um ganztägige Schulformen sage ich: Es geht um qualitätsvolle Betreuung der Kinder. Das entlastet auch die Eltern und ganz besonders die Mütter. Mein Ziel ist, dass sich Männer/Väter ihrer Verantwortung für das Zusammenleben bewusst sind und Hausarbeit/Kinderbetreuung teilen."

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sei die Mädchenförderung:
"Die Mädchen von heute sind die Frauen von morgen. Deshalb setze ich ganz speziell bei den 13- bis 17-Jährigen an. Für sie wurde Ende Oktober 2004 auf meine Initiative das Mädchentelefon, das hervorragend angenommen wird", so die Stadträtin. Bereits zum vierten Mal werde heuer auch der Wiener Töchtertag stattfinden, an dem Mädchen am 28. April ihre Eltern an deren Arbeitsplatz begleiten und in die Berufswelt schnuppern können.

Im Bereich Gewaltschutz sei vor allem der Einsatz für ein Anti-Stalking-Gesetz wichtig: "Dazu gab es eine Vier-Parteien-Resolution im Wiener Gemeinderat im September 2004. Nach positiven Gespräche mit der Justizministerin gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Stalking - Psychoterror in Form von Verfolgen, Auflauern, Abpassen - als Straftatbestand definiert wird und die Opfer, in 80 Prozent der Fälle Frauen, bald besser geschützt werden können." Ein weiterer Punkt sei das Wegweiserecht: "Hier geht es um Schutz für Frauen, die beim Betreten von Abtreibungskliniken belästigt werden, und zwar mittels einer Novelle des Wiener Landessicherheitsgesetzes." 30 Jahre nach Inkrafttreten der Fristenlösung würden Frauen in einer Notsituation immer noch von radikalen Abtreibungsgegnern belästigt und behindert. "Nachdem auf Bundesebene nichts geschieht, bin ich nun in Wien tätig geworden, um die Frauen zu schützen", so Wehsely. "Die Novelle ist derzeit in Begutachtung, Beschluss voraussichtlich im April 2005 im Landtag, Inkrafttreten noch vor dem Sommer möglich." (Schluss)

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