Geheimnis über Telefonüberwachung beim Klagenfurter Stadion-Skandal gelüftet

Ermittlungen gegen Energydrink-Unternehmer vom Landesgericht Wiener Neustadt nähren Verdacht auf illegale Oarteienfinanzierung

Wien (OTS) - Die vom Büro für interne Angelegenheiten (BIA) des Innenministeriums erstattete Anzeige wegen des Verdachts illegaler Parteienfinanzierung im Zusammenhang mit der skandalumwitterten Vergabe des Klagenfurter Fußballstadions basiert auf Ermittlungen des Landesgerichtes Wiener Neustadt gegen einen Energydrink-Unternehmer, gegen den eine richterlich genehmigte Telefonüberwachung gelaufen ist. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Über Telefonüberwachung des Chefs von Power Horse auf Indizien gestoßen

Laut FORMAT hat die BIA am 8. Februar bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige erstattet, in der Indizien für Amtsmissbrauch, Bestechung, Verrat von Amtsgeheimnissen, Weitergabe von Inofmationen in Vergabeverfahren und der Verdacht illegaler Parteienfinanzierung angezeigt werden. Die Informationen stammen laut dem Magazinbericht aus einer richterlich genehmigten Telefonüberwachung, die vom Landesgericht Wiener Neustadt wegen Wirtschaftsdelikten gegen Alfred Inzinger, Chef des Energydrink-Unternehmens Power Horse, geführt werden.

Anwältin von Kommisssionsmitglied Widrich bestätigt Verdacht, weist ihn aber zurück

Wie FORMAT weiter berichtet, soll in diesem Zusammenhang Franz Widrich, der Chef des Klagenfurter Konzerthauses, ehemalige Mitarbeiter von Landeshauptmann Jörg Haider und Mitglied der Vergabekommission zum Bau des Klagenfurter Stadions, unter Verdacht geraten sein. FORMAT zitiert Huberta Gheneff-Fürst, die Anwältin Widrichs, mit den Worten: "Ich habe von diesem Verdacht gehört, den mein Mandant allerdings entschieden zurückweist. Er kennt zwar Herrn Inzinger, mehr aber auch nicht."

BIA-Ermittlungen wegen Cent-Beträgen gegen FPÖ-Gendarm in Kärnten

Wie FORMAT berichtet, hat die BIA bereits zuvor Ermittlungen gegen Kärntner Gendarmen geführt, um die es im Zusammenhang mit dem Stadionskandal Gerüchte wegen illegal abgehörter Telefonate gegeben hat.

Laut FORMAT vorliegenden Strafanzeigen des Innenministeriums soll etwa Adolf Stark, FPÖ-Bürgermeister von Maria Wörth, und im Brotberuf Gendarm, um läppische 29,07 Euro zuviel an Überwachungsgebühr verrechnet haben. Angeblich abgehörte Telefonate zwischen Stark und Kommissionsmitglied Widrich hatten Jörg Haiders Spitzelvorwürfe ins Rollen gebracht. Adolf Winkler, Leiter der Gendarmerie in Krumpendurf, soll laut BIA-Strafanzeige in elf Sachverhalten Beträge in der Höhe zwischen 0,38 und 3,68 Euro "ungerechtfertigt zum Nachteil der Republik" verrechnet haben.

Jörg Haider war laut Gerichtsakt bereits seit 21. Dezember über Vergabefiasko informiert

Aus einer FORMAT vorliegenden Sachverhalts- darstellung an die Staatsanwaltschaft ergibt sich außerdem, daß Kärntens Landeshauptmann bereits seit 21. Dezember des Vorjahres über haarsträubende Mängel des Vergabeverfahrens informiert war. Darin wird auf Basis eines Gutachtens der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Fink & Sundström unter anderem darauf hingewiesen, daß der gesamte Vergabevorgang zu platzen droht

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