WWF begrüßt Kyoto-Protokoll

Österreichs Klimapolitik darf sich Völkerrecht nicht widersetzen

Wien (OTS) - Das Kyoto-Protokoll tritt heute endgültig in Kraft, womit ein erster wichtiger Schritt aus dem Treibhaus getan ist. "Diesem völkerrechtsverbindenden Rahmen kann sich nun auch Österreich nicht weiter entziehen. Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen müssen nun rasch und konsequent umgesetzt werden, um das in Kyoto vereinbarte Ziel bis 2012 auch nur ansatzweise zu erreichen", mahnt Markus Niedermair, Klimaexperte des WWF. Mit einem Neun-Schritte-Plan beschreibt der WWF den effektiven Weg zur "Erdfiebersenkung" in den nächsten drei Jahren.

"Das Kyoto-Protokoll ist ein großer Erfolg, doch dürfen wir uns jetzt nicht ausruhen", so Niedermair. Die internationale Staatengemeinschaft habe sich verpflichtet, die klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren. Jetzt müssen anspruchsvolle Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele auf Schiene gelegt werden. Es gilt vor allem, die globale Erwärmung unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten. Nur so sind die Folgen des Klimawandels in einigermaßen akzeptablen Grenzen zu halten. In einem Neun-Schritte-Plan skizziert der WWF die nächsten Schritte zur Abkühlung der globalen Fieberkurve: Neben ehrgeizigen nationalen Klimaschutzzielen müssen die Energiekonzerne stärker in die Pflicht genommen werden. Dieser Bereich ist das Sorgenkind im internationalen Klimaschutz. Außerdem gilt es, das europäische Emissionshandelssystem auszubauen und die ärmeren Länder zu unterstützen. Mittelfristig müssen außerdem die USA und Australien wieder an Bord geholt werden, die zu den Ländern mit dem größten Treibhausgasausstoß gehören.

Österreich hinkt dem Kyoto-Zug hinten nach
Im Kyoto-Protokoll haben sich 1997 die Unterzeichnerstaaten auf eine Reduzierung um durchschnittlich fünf Prozent bis 2012 geeinigt. Schon heute ist Österreich bereits knapp 30 Prozent über seinem veranschlagten Klimaschutzziel. Einen akuten Handlungsbedarf gibt es bei der Kohle. Gemäß der neuesten Treibhausgasinventur des Umweltbundesamts sind im Jahr 2003 die CO2 Emissionen aus der Strom-und Wärmeproduktion in nur einem Jahr um gewaltige 20 Prozent angestiegen. Ähnliche Zuwachsraten aus dem Energiesektor hat es seit 1990 nicht annähernd gegeben. Um die Emissionen aus der E-Wirtschaft zu begrenzen schlägt der WWF als Sofortmaßnahmen ein Effizienzgesetz zum Stopp des Stromverbrauchswachstums in Österreich mit Fokus Haushaltsgeräte und Elektroheizungen sowie die Umrüstung bestehender Kohlekraftwerke auf Erdgas bzw. Biomasse vor. Letztere Maßnahme kann entweder über eine stärkere Kohlebesteuerung oder über die Zertifikatevergabe im Rahmen des Emissionshandels erreicht werden.

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