Schwarzböck: Erstmals wieder leichtes Einkommensplus für Landwirte

Trotz leichter Erholung 2004 ist bäuerliche Einkommenssituation angespannt

Wien (AIZ) - Nach ersten vorläufigen Berechnungen der Statistik Austria ist das bäuerliche Einkommen je Arbeitskraft in Österreich 2004 um 1,4% gestiegen. "Nach empfindlichen Einkommensrückgängen über mehrere Jahre konnte erstmals wieder ein Anstieg erzielt werden. Die leichte Erholung des bäuerlichen Einkommens ist in erster Linie auf die Zuwächse in der tierischen Erzeugung zurückzuführen. Allerdings zeigt sich bei der pflanzlichen Produktion eine andere Situation. Hier gab es zwar höhere Erträge, aber die Erzeugerpreise gingen auf Grund der Marktsituation deutlich zurück. Speziell bei Getreide führten die europaweiten Rekordernten zu einem deutlichen Rückgang der Erzeugerpreise", erklärte der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, zum vorliegenden Einkommensbericht der Statistik Austria.

Im Durchschnitt sanken die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Vorjahr um 7,8%. Gegenüber 2003 konnte der Wert der pflanzlichen Produktion damit trotz der guten Ernteerträge lediglich um 0,8% zulegen. In der tierischen Produktion war in der Schweinehaltung zwar ein leichtes Plus möglich, da nach den massiven Preiseinbrüchen 2002 und 2003 die Erzeugerpreise im Vorjahr wieder etwas angezogen haben.

Nach wie vor schwierige Einkommenssituation

Von einer spürbaren Verbesserung der generell angespannten bäuerlichen Einkommenssituation könne aber keine Rede sein, denn die leichte Erholung der bäuerlichen Einkommen 2004 gehe zu einem Teil auf einen weiteren Rückgang der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte zurück. Außerdem sei der Zuwachs der bäuerlichen Einkommen in der EU-25 um 3,3% auf die Übernahme der Gemeinsamen Agrarpolitik in den neuen Mitgliedstaaten und der damit verbundenen Direktzahlungen zurückzuführen, erläuterte Schwarzböck.

Gegensteuerungsmaßnahmen notwendig

"Um die Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Betriebe zu stärken und den Agrarstandort Österreich zu sichern, haben wir bereits entscheidende Weichenstellungen in der Umsetzung der GAP-Reform vorgenommen. Nun gilt es, eine nachhaltige Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik und eine verstärkte finanzielle Ausstattung für die Ländliche Entwicklung sicherzustellen. Neben der Sicherung der Bergbauernförderung und der Agrarumweltmaßnahmen geht es dabei auch um die Verbesserung der Investitionsförderung, um jene Betriebe gezielt zu stärken, die sich den Herausforderungen des Marktes offensiv stellen wollen", stellte Schwarzböck fest.
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