Haider in NEWS: "Schüssel versucht mich als Verrückten darzustellen".

Kärntner FP-Landeshauptmann im NEWS-Interview: "Schüssel will im Frühherbst 2005 wählen, weil er sich vor einer Liste Haider fürchtet."

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Donnerstag
erscheinenden Nachrichtenmagazin NEWS bekräftigt der Kärntner Landeshauptmann seine Abhörvorwürfe gegen das Innenministerium und verteidigt seinen "Securitate"-Vergleich: "Es gibt ja diesen selbsternannten Geheimdienst im Innenministerium. Auch in Österreich mussten Menschen gewisse Methoden mit ihrem Tod bezahlen. Denken Sie nur an den frühen und jungen Tod des FPÖ-Mandatars Michael Kreissl, der 2001 Hauptzielpunkt des Spitzelskandals war, der sich dann völlig in Luft aufgelöst hat. Das ist damals auch von der ÖVP gegen die FPÖ gesteuert worden."
Befragt, ob er wirklich glaube, dass die ÖVP mittels "Psychoterror Menschen in den Tod treibe", antwortet Jörg Haider: "Solche konstanten, ungerechten Angriffe gehen den Menschen näher als man glaubt. So eine psychische Belastung ist sicher ein auslösender Moment für eine tödliche Krankheit."

Haider glaubt zudem die "Gründe" für die vermeintliche Abhöraktion gegen ihn und andere Freiheitliche zu kennen: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass der politische Gegner, die ÖVP, versucht uns zu schaden. Schüssel will im Frühherbst 2005 wählen, und daher muss er mögliche neue, für ihn gefährliche, Bewegungen verhindern. Deswegen kampagnisiert er gegen die Kärntner FPÖ. Er hat eine Gesamtstrategie:
Er provoziert Teile der Freiheitlichen doch schon seit Wochen bewußt, um wieder Neuwahlen vom Zaun zu brechen."
Der Ex-FP-Chef glaubt weiters, dass "Schüssel nervös geworden" sei, weil er erfahren habe, dass "der Haider über eine eigene Liste nachdenkt. Er weiß, dass ihm diese Liste Haider gefährlich werden könnte".

Angesprochen auf die süffisante Bemerkung von VP-Innenministerin Liese Prokop in Bezug auf seine Abhörvorwürfe, es werde "kein Verwolgungswahn sein. Denn das wäre ein Krankheitsbild", kontert Haider mit einer Frontalattacke gegen Kanzler Wolfgang Schüssel:
"Jetzt sind wir wieder dort, wo wir 2002 waren. Da wollte mich die ÖVP auch schon für geisteskrank erklären. Jetzt versuchen sie mich wieder als Verrückten darzustellen. Im persönlichen Gespräch mit meiner Schwester Ursula Haubner war Frau Prokop ganz verständnisvoll und wollte auch eine Aufklärung. Aber im Auftrag von Schüssel tritt sie jetzt so nach außen auf. Diese Spiele kennen wir schon."

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