Kranzl zum Bildungsgipfel: Wegfall der 2/3 Mehrheit - nun liegt der Ball bei BM Gehrer

Enttäuschendes Ergebnis des Reformdialogs - Umsetzungswille von konkreten, innovativen Vorschlägen seitens der Bundesregierung fehlt

St. Pölten (SPI) - "Alle Parteien und Experten haben beim Reformdialog ihre Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung des Bildungssystems offen gelegt, nun sei es an der Zeit für konkretes Handeln seitens der Bundesregierung", so Pflichtschullandesrätin Christa Kranzl.****

Das immer wieder gebrachte Argument "Reformen im Schulsystem könnten wegen der 2/3 Mehrheit im Parlament nicht umgesetzt werden" greift nicht mehr. Über Vorstoß der SPÖ soll diese Hürde nun fallen, auch die Grünen unterstützen dies. Damit steht einer Verbesserung unseres Schulsystems nichts mehr im Wege, nun liege der Ball bei der Bundesregierung. Die bekannt gewordenen Ergebnisse des "Reformdialogs" sind aber eher ernüchternd. Die verpflichtende Einführung der 5 Tage-Woche trifft nur mehr eine geringe Zahl von Schulen, da sie ohnedies schon mehrheitlich in den Bundesländern umgesetzt wird. Das Bekenntnis zur Ganztagsschule ist grundsätzlich positiv, allerdings geht nicht klar hervor, ob damit "echte" Ganztagsschulen (also mit verschränkter Abfolge von Unterricht und Betreuung) oder reine Nachmittagsbetreuung verstanden wird. "Flächendeckende Nachmittagsbetreuung an den Schulen einzurichten mag zwar positiv für die Vereinbarung von Beruf und Familie sein, bringt aber keine bildungspolitischen bzw. pädagogischen Verbesserungen. Überdies bezweifle ich, dass Eltern zur reinen Nachmittagsbetreuung verpflichtet werden können, noch dazu wo laut BM Gehrer die Kosten unter Hinweis auf das geltende Schulorganisationsgesetz von den Eltern zu tragen seien. Wesentliche Verbesserungen bringe nur die echte Ganztagsschule, wie sie derzeit in NÖ an 2 Schulen praktiziert wird. Von der Hausaufgabe zur Schulaufgabe, Kraft tanken im Freizeitteil für die Konzentration im Unterricht, stärkere Individualisierung - das sind die Herausforderungen, die es zu lösen gilt", so LR Christa Kranzl.
Die Gesamtschule wird seitens der Bundesregierung auch nach diesem Reformdialog vehement abgelehnt, obwohl diese in fast allen europäischen Ländern erfolgreich praktiziert wird und Österreich hier eine Ausnahme bildet.
"Vorverlegung der Schuleinschreibung und verstärkte Lehrerfortbildung sind durchaus zu begrüßen, lösen aber nicht jene Schwierigkeiten, die anlässlich PISA zu Tage getreten sind. Ein erster Schritt wurde durch den Reformdialog in der Hofburg gesetzt, viele Fragen und Themen blieben aber unbeantwortet und offen, weshalb weitere Gespräche unumgänglich sind. Wünschenswert sei es auch, bei weiteren Bildungsgesprächen die verantwortlichen PflichtschullandesrätInnen aus den Bundesländern einzuladen, was ich beim letzten Termin in der Hofburg leider vermisst habe", so Pflichtschullandesrätin Christa Kranzl.
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Alois Schroll
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